Cryptopia meldet „schweren” Hacker-Angriff, Nutzer wittern Betrug

Die neuseeländische Kryptobörse Cryptopia hat ihren Betrieb vorübergehend eingestellt, nachdem ein Hacker-Angriff zu „schweren Verlusten“ geführt haben soll. Dies geht aus einem Twitter-Eintrag vom 15. Januar hervor.

In dem Tweet legt die Kryptobörse offen, dass der Hack wohl schon am 14. Januar stattgefunden hat. Daraufhin hatte die Plattform zunächst kommuniziert, dass unplanmäßige Wartungsarbeiten durchgeführt werden müssten. Anschließend gab es dann ähnliche Statusmeldungen, ehe der Angriff heute offengelegt wurde.

Des Weiteren heißt es, dass die Börse die zuständigen Behörden alarmiert hat, darunter die Polizei von Neuseeland und die Spezialeinheit für Tech-Kriminalität, die bereits Ermittlungen eingeleitet haben und den Fall angeblich als Schwerverbrechen einstufen.

Cryptopia — deren Handelsvolumen auf CoinMarketCap nicht angezeigt werden — führt insgesamt mehr als 800 Kryptowährungen, worunter auch viele kleinere Kryptos sind.

Die heutige Meldung wurde von der Krypto-Community allerdings skeptisch aufgenommen. So setzt der Twitter-Influencer WhalePanda den vermeintlichen Hack in Anführungszeichen, um diesen in Zweifel zu ziehen, woraufhin er in einem zweiten Tweet ergänzt:

„Interessant, dass so etwas gerade während der schlechten Marktlage passiert, in der kleinere Kryptobörsen kaum auf einen grünen Zweig kommen und deshalb schon mit aggressiven Methoden auf Notierungsgebühren drängen.“

Als Antwort auf WhalePanda haben andere Twitter-Nutzer mittlerweile schon die jüngsten Transaktionen von Cryptopia untersucht, wobei sich scheinbar herausstellt, dass die Kryptobörse gestern mehrere Millionen Dollar an Ethereum (ETH) aus ihren Wallets verschoben hat. Dies geht aus Daten des Überwachungsdienstes Whale Alert vom 13. Januar hervor.

Viele Nutzer interpretieren in diesen vermeintlichen Zufall gleich niedere Beweggründe hinein und vermuten, dass hinter dem etwaigen Hacker-Angriff ein geplanter Betrugsversuch der Börse stehen könnte. Bei Redaktionsschluss konnten diese Anschuldigungen jedoch noch nicht bestätigt werden.

Ran Neu-Ner, Moderator der CNBC Sendung CryptoTrader, vermutet allerdings, dass unzureichende Sicherheitsvorkehrungen zu dem Hack geführt haben könnten. Darüber hinaus bezweifelt er, dass die Kryptobörse die betroffenen Nutzer wegen ihrer geringen Größe überhaupt entschädigen könne.

Wie zuvor berichtet, zeigten sich die Cryptopia-Nutzer schon im vergangenen Sommer beunruhigt, als es verfrühte Wartungsarbeiten gab, die von der Börse mit unerwarteten Problemen begründet wurden. Einige Nutzer hatten in diesem Zusammenhang Schwierigkeiten ihr Geld abzuheben, selbst nachdem die angeblichen Wartungsarbeiten abgeschlossen waren.

Außerdem hat Cryptopia im Jahr 2018 den sogenannten „NZed“ (NZDT) Token auf den Markt gebracht, der erste Stablecoin, der an den neuseeländischen Dollar angebunden ist.