Großes Content-Delivery-Netzwerk führt dezentrales Content-Gateway ein

Das große Content-Delivery-Netzwerk (CDN) CloudFlare aus den USA hat ein neues dezentrales Content-Gateway über sein InterPlanetary File System (IPFS) eingeführt, wie die Firma in einem Blogbeitrag am 17. September bekannt gab.

Die Ankündigung erfolgte während der Cloudflare Crypto Week, einer Woche, die der Einführung neuer Kryptographie-basierter Technologien gewidmet ist. Das IPFS-Gateway von Cloudflare ist das erste Produkt, das im Rahmen des Distributed Web Gateway-Projekts von Cloudfare veröffentlicht wird. Dessen Ziel ist "die Bündlung aller seiner Bemühungen" für den Einsatz der Distributed Ledger Technologie (DLT).

Der IPFS-Gateway-Service von Cloudflare ist eine Methode für den Zugriff auf Inhalte aus dem IPFS, bei der die Benutzer keine spezielle Software installieren und ausführen müssen. Das neue Gateway, das auf IPFS gehostet wird, will "viele neue, hochzuverlässige und sicherheitsrelevante Webanwendungen" unterstützen.

Das IPFS ist ein Protokoll und Netzwerk, das entwickelt wurde, um die Speicherung und gemeinsame Nutzung von Daten auf einem Distributed Ledger zu ermöglichen, das von Protocol-Laboren entwickelt wurde.

Durch die Integration des IPFS-Protokolls will Cloudflare eine neue dezentrale Art des Zugriffs auf Informationen im Internet schaffen. Damit wird es den Nutzern ermöglicht, Inhalte unabhängig vom Zustand der Server, auf denen sie gehostet werden, weiterhin verfügbar zu machen, zum Beispiel wenn ein Server gehackt oder aufgrund einer Naturkatastrophe ausfällt.

Das IPFS beabsichtigt zwar, "eine neue, dezentrale Vision des Webs" zu begrüßen, indem ein Zugang zu "jeder der Milliarden von Dateien, die auf dem IPFS gespeichert sind", und ein Werkzeug zum Erstellen von Webseiten, die auf dem IPFS gehostet werden, geboten werden. Jedoch wirft es auch Bedenken hinsichtlich der Sensibilität der Inhalte auf.

In diesem Zusammenhang räumte Cloudflare ein, dass es möglich sei, missbräuchliche Inhalte über IPFS zu teilen. Cloudflare merkte auch an, das Unternehmen sei "nicht in der Lage, Inhalte auf dem IPFS-Netzwerk zu ändern oder zu entfernen", und gab an, dass das IPFS-Gateway von Cloudflare nur ein "Cache vor dem IPFS" sei. Das Unternehmen fügte hinzu:

"Wenn missbräuchliche Inhalte gefunden werden, die vom Cloudflare IPFS-Gateway bereitgestellt werden, können Sie den hier beschriebenen Standardmechanismus zur Meldung von Missbrauch verwenden."

Im Mai 2017 berichtete ProPublica, dass Cloudflare Dienstleistungen für neonazistische Webseiten wie The Daily Stormer erbracht und mutmaßlich persönliche Informationen von Personen weitergegeben habe, die sich über ihren Inhalt beschwerten. Das Unternehmen hat daraufhin auf die Vorwürfe reagiert und behauptet, dass es die Vorgehensweise bei Beschwerden ändern werde, um mehr den Benutzern, die über Cloudflare eine Meldung machen, mehr Sicherheit zu bieten.