Schweizer Softwarefirma gründet Blockchain-Plattform für digitale Ausbildungsnachweise

Der Spin-off Blokverse von Netcetera bringt die Plattform Attainr auf den Markt, die auf der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) beruht. Über die Plattform sollen digitale Bildungsnachweise sicher und nicht manipulierbar ausgestellt werden können, schreibt Netcetera in einer Pressemitteilung. Damit hat man einen Beweis der Authentizität - und das ganz ohne Anwalt, Papierausdrucke und lange Liegezeiten. Für Absolventen und Auszubildende ergebe sich damit eine Kontrolle über ihre erlangten Abschlüsse, wobei Hochschulen und Arbeitsgeber die Richtigkeit der angegebenen Unterlagen überprüfen können.

Netcetera sieht im dezentralisierten Ansatz der DLT ein grosses Potential für die Bearbeitung, Validierung und Authentifizierung von Transaktionen. So können die Daten an alle Bildungseinrichtungen im System verteilt werden anstatt nur an die Teilnehmer der Transaktion. Vladimir Simjanoski, Mitbegründer von Blokverse und ehemaliges Managementmitglied von Netcetera, findet diese Eigenschaft der DLT richtig passend für die moderne Bildung.

"Wir glauben, dass mit einer sachgerechten Anwendung der Distributed-Ledger-Technologie (und insbesondere von Blockchain) eine grosse sozio-ökonomische Wirkung erzielt werden kann. Dank ihrer Dezentralisierung können mit Attainr lang bekannte Herausforderungen im Bildungsbereich angegangen werden: Wir ermöglichen die Ausgabe sicherer und nicht manipulierbarer Bildungsnachweise, die leicht von allen Parteien überprüft werden können".

Mehr Einigung im Europäischen Hochschulraum

Die vielsprechendsten Einsatzmöglichkeiten der DLT bestehen nicht nur in der Ausstellung und Verifizierung von Ausbildungsnachweisen und Zertifikaten, sondern auch in der Verwaltung von geistigem Eigentum, im Datenmanagement und der Studienfinanzierung. Die Anwendung von der DLT, darunter auch von Blockchain, betrifft jedoch viele Bereiche, die in der Kompetenz der europäischen Staaten liegen und bei der strategischen Arbeit berücksichtigt werden müssen. ​Deswegen sehen Alexander Grech und Anthony F. Camilleri von dem Joint Research Centre (JRC), dem "science and knowledge service" der Europäischen Kommission, erhebliche Entwicklungsmöglichkeiten in der Implementierung der Blockchain. 

"Eine ganze Reihe von Ländern hat bisher nicht alle Schritte vollzogen, um ihr Bildungssystem entsprechend den Bologna-Reformen zu modernisieren. Daher gibt es im Europäischen Hochschulraum noch keine einheitliche Vorgehensweise bei der Ausstellung von Studienabschlüssen. Die wird lediglich in einem Diplomzusatzblatt beschrieben. Mögliche Lösung für das Problems besteht in der Blockchain-Technologie, weil sie ermöglicht, unterschiedliche Datenquellen zu integrieren".

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