Neuer Bericht: Durchschnittlicher ICO-Investor erzielt 82 Prozent Rendite

Jüngste Analysen über Initial Coin Offerings (ICOs) haben ergeben, dass ein durchschnittlicher ICO-Investor eine Rendite von 82 Prozent erzielt. Das geht aus einem Bericht von der Boston College Carroll School of Management vom 20. Mai hervor.

Der 54-Seiten-Bericht mit dem Titel "Digitale Tulpen? Renditen für Investoren bei Initial Coin Offerings", fand nach einer Analyse der Datensätze von über 4.000 geplanten und realisierten ICOs Hinweise auf eine "beträchtliche ICO-Unterbewertung". Die untersuchten ICOs sammelten umgerechnet insgesamt 10,3 Mrd. Euro, fast alle davon seit Januar 2017.

Die durchschnittliche Rendite vom anfänglichen Token-Verkaufspreis bis zum Börsenkurs des ersten Tages an einer Krypto-Börse lag bei erstaunlichen 179 Prozent, wobei die Anleger durchschnittlich nur 16 Tage gehalten haben.

In Fällen, in denen die Emittenten ihre Token nicht innerhalb von 60 Tagen an einer Börse notierten, rechnen die Forscher große (-100 Prozent) negative Renditen auf diese Token an, stellten aber dennoch fest, dass der repräsentative Investor seine Investition in solchen Fällen "fast verdoppelt" hat.

Unter Einbezug dieser Ergebnisse in die Gesamtdaten der Vermögenswertklasse ergibt sich eine durchschnittliche Anlagerendite von 82 Prozent.

Insgesamt zeigte der Bericht, dass Krypto-Token "weiterhin abnormal positive Durchschnittsrenditen erzielen", wobei die Anleger, die ihre Token über einen längeren Zeitraum von 180 Tagen hielten, die höchsten Renditen zwischen 150 Prozent und 430 Prozent verzeichnen konnten. Die Forscher kamen zu dem Schluss:

"Unsere Ergebnisse könnten zwar ein Hinweis auf Blasen sein, aber sie zeigen auch durchgehend eine hohe Risikovergütung für Investitionen in unerprobte, Vorrendite-Plattformen durch unregulierte Angebote [...] Unser Bericht legt nahe, dass Betrügereien, auch wenn sie zahlreich sind, nicht so wichtig im Hinblick auf gestohlenes Kapital sind, weil die Anleger klug genug sind, um diese zu erkennen (und finanziell nicht zu unterstützen)."

Eine Reihe von hochkarätigen Exit-Betrügereien bei ICOs hat dem beliebten Krypto-Token-Kapitalbeschaffungsmodell eine erhebliche negative Medienaufmerksamkeit eingebracht. In einer kürzlich durchgeführten Kampagne zur Aufklärung von Anlegern hat die US-Wertpapier- und Börsenkommission (SEC) eine Website für ein gefälschtes ICO erstellt, die die klassischen "roten Flaggen" von betrügerischen Token-Verkäufen nachahmen sollte.

Nichtsdestotrotz betonen prominente Mitglieder des Krypto-Bereichs weiterhin, das ICOs nötig sind. Diese würden eine bequeme Möglichkeit bieten, neue Projekte zu unterstützen. Erst diese Woche gab Südkorea bekannt, dass es sein Verbot für inländische ICOs aufheben würde, das im September 2017 verhängt wurde.