Bundesstaat Ohio will Vorreiter der Blockchain-Entwicklung werden

Der U.S. amerikanische Bundesstaat Ohio will sich in Position bringen, um ein Vorreiter in der Blockchain-Innovation zu werden. Dies ging am 23. August aus entsprechenden Anmerkungen auf einer Pressekonferenz des Parlaments von Ohio hervor.

Eine Gruppe bestehend aus Gesetzebern, Akademikern und Personen aus der Unternehmenswelt, wurde vom Parlamentssprecher Ryan Smith zusammengebracht, um Pläne zur Förderung eines Blockchain-Ökosystems auszuloten. Außerdem soll eine Strategie entworfen werden, um im Bundesstaat einem sogenannten „Brain Drain“ (also die Abwanderung von Fachkräften) im Blockchain-Bereich entgegenzuwirken.

Smith bezeichnete Blockchain als die „weltbewegende“ Innovation dieses Jahrzehnts und führte aus, was diese „für Ohio bedeutet“. In diesem Kontext betonte er das Potenzial der Technologie, die Wirtschaft und die Schaffung von Arbeitsplätzen voranzutreiben, Steuerersparnisse durch höhere Effizienz einzufahren, sowie die Sicherheit bei der Speicherung von sensiblen Daten zu verbessern.

Außerdem schlug Smith vor, Initiativen im Hochschulbereich voranzutreiben, damit die Studenten dadurch Fachkenntnisse über die Technologie sammeln könnten. In seinem Appell forderte er Wirtschaft, Wissenschaft und Landesregierung auf, gemeinsame  Treffen abzuhalten, um die Zukunft von Blockchain in Ohio zu diskutieren:

„Weil das Ganze noch so neu ist und jetzt erst Form annimmt, können wir Ohio an vorderster Front positionieren.“

Matt Wald, Präsident und Geschäftsführer des IT-Institutes Columbus Collaboratory, hob  Blockchains nachgewiesene wirtschaftliche Vorteile hervor. So könnten Unternehmen nicht nur Innovationen für finanzielle Transaktionen schaffen , sondern auch bei der Nachverfolgung innerhalb der Lieferkette und bei der Verwaltung von Datenrechten.

Obwohl die gestrige Pressekonferenz noch keine weiteren Angaben zu Blockchain spezifischer Gesetzgebung machte, wies Wald auf eine Zusammenarbeit zwischen Cyber Ohio und dem Gesetzgeber hin, die einen gemeinsamer Entwurf erarbeitet hatten, der im Senat dann später zu geltendem Gesetz wurde. Seit Sommer wird Blockchain nun als legitime Form zur Abwicklung digitaler Transaktionen anerkannt. Wald meinte, dies sei nur ein „erster Schritt“ durch den der Bundesstaat die Technologie fördern will.

Hesham El Gamal, Professor an der Ohio State University und Vorsitzender der Fakultät für Elektro- und Computertechnik, schloss sich der Aussage an, dass talentiertes Fachpersonal im Bundesstaat gehalten werden müsse. Er meint zugleich, dass die akademische Forschung zur Blockchain-Technologie einen Boden für „unerwartete“ und „aufregende“ Anwendungsmöglichkeiten bereiten könnte, wobei er besonders das Gesundheitswesen hervorhob. El Gamal  argumentierte leidenschaftlich, dass Blockchain eine „revolutionäre“ Technologie sei, die nicht nur für die lokale Gemeinde, sondern für die ganze Welt transformierendes Potenzial hätte.

Nicht nur Ohio, sondern auch andere U.S. Bundesstaaten haben regulative Maßnahmen eingeführt, um die Annahme der Technologie voranzutreiben. Im April wurde in Arizona ein Gesetz verabschiedet, das es Unternehmen offiziell erlaubt, Daten auf einer Blockchain zu speichern und zu kommunizieren. Außerdem wurden die entsprechenden Statuten so geändert, dass die auf die Blockchain „geschriebenen“ Daten „unveränderbar, einsehbar und unzensiert“ sein müssen.