Flüchtige Onecoin-Cryptoqueen soll Anwalt mit 50 Mio. US-Dollar für Geldwäsche entlohnt haben

Wie US-Staatsanwälte einer Jury aus Manhattan gegenüber mitteilten, hat die flüchtige Onecoin-Gründerin den Anwalt Mark S. mit 50 Millionen US-Dollar für seine Hilfe bei der Geldwäsche von 400 Millionen US-Dollar entlohnt .

Die US-Staatsanwaltschaft Manhattan und die Staatsanwaltschaft des Bezirks New York befinden sich laut eines Berichts auf Law360 in der letzten Phase der Strafverfolgung von Scott, einem ehemaligen Partner der Anwaltskanzlei Locke Lord. Dieser soll 50 Millionen US-Dollar erhalten haben, um der auch als Kryptoqueen bekannten Ignatova beim Waschen von 400 Millionen US-Dollar zu helfen.

Kryptobetrug im Umfang von 4,4 Milliarden Dollar

OneCoin gehört zu den berüchtigsten sogenannten Exit-Scams der Kryptobranche. Das in Bulgarien ansässige Unternehmen ist jedoch bis heute operativ tätig, obwohl dieses laut Ermittlern mit einem Pyramidensystem 4,4 Milliarden US-Dollar eingesammelt haben soll.

Die US-Staatsanwälte werfen Scott vor, ein breites Netzwerk von gefälschten Unternehmen, Offshore-Bankkonten und betrügerischen Investitionsprogrammen zu betreiben und damit bis heute 400 Millionen US-Dollar an unrechtmäßig erworbenen Geldern gewaschen zu haben.

Laut Staatsanwältin Julieta Lozano soll Scott als Entschädigung für seine kriminellen Aktivitäten in Form einer 57 Fuß langen Yacht, drei Luxusanwesen in Cape Cod, Massachusetts, und Luxusautos, darunter drei Porsche und ein Ferrari, bezahlt worden sein.

Scott behauptet, er habe keine Kenntnis von Betrügereien rund um OneCoin. Staatsanwalt Nicholas Folly nennt die Beweise gegen Scott jedoch eindeutig und schwerwiegend.

Scotts Verteidiger hingegen teilte der Jury mit, es gebe viele Ungereimtheiten. Er machte zudem geltend, dass es keine Beweise dafür gebe, dass Mark Scott zu irgendeinem Zeitpunkt als ein OneCoin Betrugsschema angehen habe.

Eine Sprecherin von Locke Lord erklärte, die Firma habe nichts nichts von Scotts mutmaßlcih kriminellen Aktivitäten gewusst, die erst nach seinem Ausscheiden bekannt geworden sein sollen..

"Scott, der etwas mehr als ein Jahr bei uns war, wurde von der Bundesregierung fast zwei Jahre nach seinem Ausscheiden wegen Geldwäsche angeklagt. Wir waren uns seiner individuellen Aktivitäten außerhalb der Firma nicht bewusst, und wir haben uneingeschränkt mit den Behörden kooperiert und mit ihnen zusammengearbeitet."

Trefen zwischen George Bushs Bruder und der OneCoin-"Kryptoqueen"

Im November berichtete Cointelegraph, dass Neil Bush, Bruder des ehemaligen Präsidenten George W. Bush und Sohn des verstorbenen Präsidenten George H.W. Bush, 300.000 Dollar für ein Treffen mit Ruja Ignatova erhalten haben soll. Scotts Anwalt David Garvin sagte dazu:

"Bush erinnerte daran, dass der Leiter von Hoifu Energy, Dr. Hui Chi Ming, eine Menge Kryptowährung für ein Ölgeschäft in Madagaskar erhalten hat. Bush hatte ein Restinteresse an den Kryptowährungen aus dem Ölgeschäft. Bush traf die Frau vom des Kryptowährungsunternehmen Ruja Ignatova in Hongkong zusammen mit Dr. Hui."