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PayPal hat ein Patent angemeldet, mit dem die Transaktionszeiten für Kryptowährungen beschleunigt werden sollen, indem die Überprüfungszeit bei Zahlungen eliminiert wird. Bitcoin-Experten sagen, dass dies bereits durch bestehende Technologien in der Kryptowährungsindustrie möglich ist.

Am 5. März 2018 berichtete Cointelegraph, dass PayPal beim US Patent- und Markenamt (USPTO) ein Patent für eine Technologie angemeldet hat. Diese soll Kryptowährungszahlungen durch die Verwendung von sekundären Walltet beschleunigen.

Im Wesentlichen versucht PayPal, die Abwicklung von Kryptowährungszahlungen zwischen Händlern und Käufern auf Einzelhandels- oder Onlinehandels-Plattformen zu optimieren. Im offiziellen Patent heißt es, dass die sekundären Wallets der Nutzer, es möglich machen würden, die individuellen privaten Schlüssel von Käufern und Verkäufern im Hintergrund zu übertragen. Das soll verhindern, dass jede Transaktion in die Blöcke aufgenommen und auf der öffentlichen Blockchain angezeigt wird.

Das Patent hat klar hervorgehoben, dass die Überprüfung von Transaktionen durch die Aufnahme der Zahlungen in die Blöcke das Potenzial von Kryptowährungen, wie zum Beispiel Bitcoin, eingeschränkt hat.

"Um sicher zu sein, dass die Bitcoin-Transaktion letztendlich zu einer Übertragung von Bitcoins an den Zahlungsempfänger führt, muss der Zahlungsempfänger warten, bis der Mining-Prozess die Transaktion bestätigt. Erst dann können Güter und/oder Dienstleistungen an den Zahlenden übertragen werden. In vielen Transaktionssituationen ist eine Wartezeit von 10 Minuten für den Zahlenden und/oder Zahlungsempfänger zu lang. Daher werden diese Zahlenden und/oder Zahlungsempfänger die Transaktion stattdessen lieber mit herkömmlichen Zahlungsmethoden statt mit virtueller Währung durchführen. Derartige Probleme haben die Akzeptanz von virtuellen Währungen trotz ihrer Vorteile gehemmt", wird in dem Patent erklärt.

Bitcoin-Entwickler Peter Todd reagiert

Peter Todd, ein Bitcoin-Entwickler und Berater für angewandte Kryptographie, hat erklärt, dass PayPal versuche, eine Technologie patentieren zu lassen, die in der Kryptowährungsindustrie bereits von Opendime entwickelt wurde.

Opendime ist ein Hardware-Bitcoin-Wallet mit Multi-Signatur-Banken-Sicherheit. Dieser wurde 2016 vom ehemaligen Bitcoin-Marktplatz Coinkite entwickelt. Damit ist es Nutzern möglich, Bitcoin mit internen privaten Schlüsseln zu übertragen. Das Ziel dabei ist es, Nutzern zu ermöglichen, Bitcoin wie Fiat-Geld, wie zum Beispiel den US-Dollar, zu verwenden.

Opendime unterscheidet sich strukturell von anderen Hardware-Wallets wie Trezor und Ledger, die wiederverwendet werden können. Opendime ist ein USB-Stick, der nur einmal benutzt werden kann, wie ein Sparschwein. Der USB-Stick muss zerstört werden, um das darin aufbewahrte Geld zu verwenden, damit es als Bargeld verwendet werden kann.

Die patentierte Technologie von PayPal und Opendime ist ähnlich, da private Schlüssel im Hintergrund sofort ausgetauscht werden. Das Opendime-Team erklärt: "Da wir private Schlüssel in eine physische Form bringen, der Sie vertrauen können, können Sie Opendime-Einheiten einfach weitergeben, um Beträge zu versenden. Es gibt bei Opendime auch keine vordefinierten Bitcoin-Beträge. Speichern Sie so viel oder so wenig wie Sie benötigen."

Der Transfer von Bitcoin-Zahlungen mit Opendime läuft ähnlich wie bei PayPal ab. Die Technologie von PayPal ermutigt jeden Benutzer, einen ganzen Wallet oder einen privaten Schlüssel zu übertragen. Diese sind mit einer vordefinierten Menge von einer Kryptowährung verknüpft. Das Patent erklärt:

"Die Systeme und Verfahren der vorliegenden Mitteilung eliminieren praktisch die Zeitspanne, die der Zahlungsempfänger abwarten muss, um sicherzustellen, dass er eine virtuelle Währungszahlung in einer Transaktion mit virtuellen Währungen erhält. Dies geschieht, indem private Schlüssel, die in virtuellen Währungs-Wallets enthalten sind, an den Zahlungsempfänger übertragen werden. Diese sind mit vordefinierten virtuellen Währungsbeträgen verknüpft, die einem Zahlungsbetrag in der Transaktion von virtuellen Währungen entsprechen."

Kann die Technologie von PayPal Kryptowährungszahlungen optimieren?

Wenn die Technologie von PayPal in einem großen kommerziellen Umfang implementiert werden kann, könnten Kryptowährungszahlungen zwischen Händlern und Käufern sofort und außerhalb der Kette verarbeitet werden. Dadurch werden hohe Transaktionsgebühren und vor allem lange Überprüfungszeiten eliminiert.

Vor Kurzem hat sich Südkoreas größte Hotelbuchungsplattform Yeogieottae mit Bithumb zusammengetan. Bithumb ist die größte Kryptowährungsbörse des Landes und in Zusammenarbeit mit dieser sollen Kryptowährungszahlungen akzeptiert werden. In Japan akzeptieren die größten Einzelhändler des Landes, wie der Betreiber der Hotelkette Capsule, die Fluggesellschaft Peach und der Elektronikhändler Bic Camera seit Längerem schon Bitcoin-Zahlungen.

Das PayPal-Zahlungssystem für Kryptowährungen ermöglicht Einzelhändlern aufgrund der niedrigen Gebühren und Sofortüberweisungen, Zahlungen für Benutzer zu verarbeiten, ohne stundenlange Überprüfungszeiträume abwarten zu müssen.

Es könnte jedoch ein Problem beim Transfer von privaten Schlüsseln auftreten, wenn diese Abwicklung zentral außerhalb der Blockchain erfolgt. Das Patent von PayPal erklärte ausdrücklich, dass es sich auf ein Zahlungsdienstleistungsgerät verlassen könnte, der die Zahlungsabwicklung durchführt. Das könnte allerdings zu einem zentralisierten System führen, das den Transfer von privaten Schlüsseln beaufsichtigt.

In einem spezifischen Beispiel kann ein Zahlungsdienstanbieter, wie zum Beispiel PayPal, Inc. aus San Jose, Kalifornien, ein Zahlungsdienstleistungsgerät verwenden, um die Methode 100 [Die Methode von PayPal für den Transfer von privaten Schlüsseln, Anm. d. Redaktion] auszuführen. Und in einigen Fällen könnte er mit einem oder mehreren anderen Systemanbietern (über ihre Systemdienstleistungsgeräte) und/oder Benutzern (über ihre Benutzergeräte) bei der Durchführung der unten erklärten Methode 100 zusammenarbeiten.

Letzte Woche enthüllte der Moderator des Technologie-spezialisierten Podcasts Owen Williams die Ergebnisse der DSGVO. In diesen heißt es, dass PayPal heikle Finanzinformationen seiner Kunden mit mehr als 600 Organisationen geteilt hat.

Die Zentralisierung von Kryptowährungszahlungen und privaten Schlüsseln kann zu Sicherheitslücken und zum Verkauf von Daten führen. Außer die Technologie von PayPal kann unbeaufsichtigte Wallets verwenden und Händlern und Benutzern die volle Kontrolle über ihre privaten Schlüssel während des gesamten Prozesses lassen.

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