PBoC-Direktor optimistisch in Bezug auf Blockchain

Der Direktor des Instituts für Digitale Währung bei der Volksbank von China (PBoC) Yao Qian glaubt, dass Blockchain zwar Vorteile biete, aber ihre Mängel behoben werden müssen, um "die finanzielle Infrastruktur der Zukunft zu werden". Das geht aus einem Bericht der Qian vom 27. April hervor, der vom staatlichen Medienkonzern Yicai veröffentlicht wurde.

Nachdem die Vorteile der Blockchain-Technologie - Sicherheit, Zuverlässigkeit, Verwendung von Smart-Contracts und einem Peer-to-Peer-System - aufgezählt wurden, stellt Qian fest, dass "gerade weil die Blockchain-Technologie hauptsächlich Bitcoin in der frühen Phase diente, hat sie in einigen Aspekten offensichtliche Mängel". Die Hauptprobleme seien laut Qian die Skalierungs-Unfähigkeit und eine nötige Verbesserung des Datenschutzes und des Governance-Mechanismus.

Im Bericht schreibt Quian: Die Tatsache, dass "die öffentliche Chain nicht 'abgeschaltet werden kann', macht die Fehlerbehebung besonders schwierig":

"Sobald ein Problem auftritt, insbesondere eine Sicherheitslücke, kann das sehr tödlich sein."

Wenn man die Dezentralisierung von Blockchain lockern würde, "könnten viele Probleme gelöst werden", merkt Qian an:

"In einem Multi-Center-System, wie einer Koalitionskette, ist es beispielsweise möglich, dem unteren Teil der Blockchain ein Upgrade zu verpassen, indem das System, wenn nötig, heruntergefahren wird oder Notfallmaßnahmen angewendet werden, ein Rollback von Daten durchgeführt wird. Diese Methoden helfen, Risiken zu kontrollieren und Fehler zu korrigieren. Für regelmäßige Code-Upgrades wird ein kontrollierbarer intelligenter Vertragsersatz durch die Trennung von Code und Daten und die Kombination von mehrschichtigen Smart-Contract-Strukturen erreicht."

Qian bezieht sich auf den DAO-Hack aus dem Jahr 2016, bei dem rund 50 Mio. Euro in Ethereum (ETH) gestohlen wurden, um zu verdeutlichen, dass sie bei Problemen nicht "repariert werden können, indem das System abgeschaltet wird und indem Upgrades zentralisiert werden, wie bei eine zentralisierten System". Die fehlenden zentralisierten Steuerungsmechanismen würden auch bedeuten, dass "Probleme nur durch Soft-Forks oder Hard-Forks gelöst werden können, was schließlich zu Verwirrung und Spaltung führen wird".

In der Zukunft sieht Qian "verschiedene Blockchain-Systeme mit unterschiedlichen Dezentralisierungsleveln, um die spezifischen Anforderungen verschiedener Szenarien zu erfüllen".

Lösungen für die Probleme, die Qian im aktuellen Stadium der Blockchain-Technologie identifiziert hat, sind eine mögliche Hinzunahme der Verifikationsmethoden, die von militärischen Kontrollsystemen oder Chipdesign verwendet werden. Außerdem müssten "menschliche Fehler so weit wie möglich durch mathematische Beweise vermieden werden".

Qian schließt mit der Aussage, dass "die Blockchain der Öffentlichkeit gehört und dem öffentlichen Interesse dient":

"Die Blockchain sollte niemandem gehören, geschweige denn einem kleinen Bruchteil der Superreichen. Daher sind einige Menschen gegen die Steuerung der Chain.

Insgesamt befindet sich der Governance-Mechanismus auf der Chain immer noch in der Kontroverse und wird erforscht. Es gibt noch keine einheitliche Meinung und wir müssen dem weiter unsere Aufmerksamkeit widmen und Forschung betreiben."

Cointelegraph berichtete kürzlich, dass die Wahl eines marktwirtschaftlich orientierten Ökonomen als Chef der PBoC positive Auswirkungen auf den chinesischen Kryptowährungssektor haben könnte. Qian merkte auch an, dass der chinesische Präsident Xi Jinping kürzlich davon sprach, dass China sich auf die Technologieentwicklung konzentrieren müsse:

"Wir müssen weiterhin hartnäckig daran arbeiten, wichtige Aspekte erkennen und die Förderung von Kerntechnologien im Informationsbereich beschleunigen."

Anfang März sagte der inzwischen ehemalige Chef der PBoC, dass sich die Blockchain-Technologie nicht "zu schnell verbreiten" sollte, um negative Auswirkungen auf die Finanzstabilität zu verhindern. Der neue Gouverneur Yi Gang, der Mitte März ernannt wurde, soll sich Berichten zufolge positiv über Bitcoin geäußert haben. Er nannte diesen "inspirierend" und erklärte, er gebe "gewöhnlichen Menschen die Freiheit, sich zu beteiligen".

Die Debatte darüber, ob Blockchain und Bitcoin als Einheit immer zusammenpassen müssen, wurde Anfang des Monats vom CEO von Lightning Labs losgetreten, der die "Blockchain over Bitcoin"-Geschichte in Frage stellte. Die Trennung dieser beiden Konzepte wird von Zentralbanken praktiziert, wie zum Beispiel die Notenbank von Indien, die zwar Blockchain-Innovation fördert, aber dennoch sagt, dass Kryptowährungen das traditionelle Finanzsystem destabilisieren können.