Die Social-Media Plattform Facebook hat das Startup Chainspace aufgekauft und damit ihre erste Übernahme im Blockchain-Sektor getätigt. Dies berichtet das Nachrichtenportal Cheddar am 4. Februar.

Unter Berufung auf interne Quellen meint Cheddar, dass Facebook die Firma Chainspace als einen sogenannten „Acquihire“ geplant hat, was wiederum bedeutet, dass in erster Linie auf das vorhandene Fachwissen und Know-How von dessen Belegschaft abgezielt wurde. Chainspace wurde von Forschern des University College London gegründet, diese Expertise will Facebook sich scheinbar zu Nutze machen. Vier der fünf Wissenschaftler, die das Thesenpapier des Unternehmens erstellt hatten, sollen jetzt übernommen werden.

Eine Übernahme der von Chainspace entwickelten Produkte steht wohl nicht zur Debatte, das Unternehmen hatte zuvor an einem Sharding-Verfahren gearbeitet, das auf Smart Contracts angewendet wurde. Durch diesen Lösungsweg sollte das wichtige Problem der Skalierbarkeit überwunden werden.

Die Blockchain-Technologie bringt große Vorteile mit sich, allerdings ist sie nicht im gleichen Maße skalierbar wie klassische Zahlungssysteme, wie zum Beispiel Visa oder PayPal. So schwankt das Bitcoin-Netzwerk zwischen 2 – 18 Transaktionen pro Sekunde (Tps), während PayPal 115 Tps erzielt und Visa sogar 2.000.  

Das Sharding-Verfahren verteilt die Arbeitsleistung, die zur Verifizierung von Transaktionen benötigt wird, auf mehrere Schultern. Dazu wird das Netzwerk in einzelne Abschnitte unterteilt, die sogenannten „Shards“, die jeweils ein abgespecktes Konsensverfahren durchführen.

Da dieser Prozess parallel stattfindet, können auf einem Shard hunderte Transaktionen pro Sekunde bewältigt werden, was die Skalierbarkeit der dazugehörigen Blockchain um ein Vielfaches erhöht.

Ende 2018 hatte Facebook mehrere Stellenanzeigen für Blockchain-bezogene Arbeitsplätze geschaltet. Für das Hauptbüro im kalifornischen Menlo Park wurden Programmierer aus der Branche gesucht.

Im Mai 2018 hatte David Marcus, hauptverantwortlicher Leiter des Facebook-Messengers, bekanntgegeben, dass das Unternehmen eine Arbeitsgruppe gebildet hat, um „herauszufinden, wie Blockchain am besten auf Facebook eingebaut werden kann“. Marcus war zuvor bei der amerikanischen Kryptobörse Coinbase beschäftigt.

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