Venezuela wandelt Rentenboni in staatliche Krypto Petro um

Venezuela hat den jüngsten monatlichen Rentnerbonus automatisch in seine nationale Öl-unterstützte Kryptowährung, den Petro (PTR), umgewandelt. Das geht aus einem Bericht vom englischsprachigen Politikblog Caracas Chronicles vom 12. Dezember hervor.

Der umstrittene Petro wurde erstmals im Rahmen eines Vorverkaufs im Februar eingeführt und war ab dem 20. August als eine der beiden offiziellen Währungen Venezuelas im Umlauf: die zweite ist eine umbenannte Fiat-Währung, der Bolívar Soberano (Souveräne Bolivar, oder kurz Bs.S.), der an den Petro gekoppelt ist.

Laut Caracas Chronicles kamen die jüngsten Regierungsauszahlungen für Rentner am 7. Dezember zunächst in Bs.S. in die Web-Fiat-Wallets der Rentner, wurden aber automatisch ausgezahlt und in Petro umgewandelt. Der neue Saldo soll von der lakonischen Beschreibung "Ersparnisse in Petro" begleitet worden sein. Der Blog gibt die angeblichen Nachrichten an die Rentner wie folgt wieder:

"MUTTERLAND-WALLET: GUTSCHRIFT in Höhe von Bs.S. 1.800,00 für das Rentenkonzept der Liebe für Ältere (Dritter Montas-Weihnachtsbonus 2018) am 12.07.2018.

MUTTERLAND-WALLET: ABBUCHUNG in Höhe von 1.800,00 Bs.S. für das Konzept der Ersparnisse in Petro am 12.07.2018".

Seit Januar 2017 erhalten Rentner in Venezuela ihre Bonusauszahlungen über das Programm namens "Mutterlandskarte" (carnet de la patria) der Regierung, die seit Januar 2018 mit einer mobilen Wallet (Billetera Móvil) verbunden ist, auf die man über das Regierungsportal patria.org.ve zugreifen kann.

Wenn es bei Zahlungen in Bs.S. keine anschließende PTR-Konvertierung gäbe, würden Rentner Berichten zufolge eine Benachrichtigung über eine Gutschrift erhalten, ihr Guthaben auf ein Bankkonto überweisen und dann, wie Caracas Chronicles erklärt, "den ganzen Tag" in einer Filiale anstehen, um ihr Geld abzuheben.

Im Blog heißt es, dass die Abhängigkeit vom Carnet de la patria-System für den Zugang zu den dringend benötigten Rentenprämien und anderen Sozialleistungen es der Regierung ermöglicht habe, die Bürger unter Druck zu setzen, ihr offizielles Bankensystem "aufzugeben". Das Hinzufügen einer Zahlungsfunktion sowie die Integration der Wallets von Petro und Patria, ohne das eine Bank nötig ist, dreht das System im Sinne der Regierung.

Chronicles Caracas behauptet, dass sowohl die Patria- als auch die Petro-Initiative ein Versuch seien, "die volle Kontrolle über die Finanzen der Bürger zu erlangen" und sie zu veranlassen, Petros als "Schutz" vor Hyperinflation zu sparen, die die Regierung selbst "provoziert".

Der offizielle Verkauf von Petro in Venezuela begann im November dieses Jahres. Dabei haben mehrere hochrangige Mitarbeiter - darunter Maduro - ihn über die offizielle Webseite gekauft. Bei Redaktionsschluss war die Währung noch nicht an einer der Top-100-Kryptobörsen auf CoinMarketCap verfügbar.