Ripple-CEO: Selbst Bankenriesen müssen Krypto-Innovation begrüßen

Der Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat behauptet, dass die großen Banken - trotz der offensichtlichen Bedrohung, die sie für ihr gegenwärtiges Oligopol darstellen - einen guten Grund hätten, Krypto und Blockchain-Innovationen zu begrüßen. Der CEO äußerte sich so während eines Interviews auf dem Recode Decode Podcast mit Kara Swisher am 20. Mai.

Das gesamte Interview über betonte Garlinghouse, dass Ripple es vorziehe, mit Finanzinstituten und Aufsichtsbehörden zusammenzuarbeiten. Das Unternehmen will mit dem System und nicht dagegen arbeiten. Er behauptete, dass sich anonyme Transaktionen, die Regierungen und andere Behörden umgehen, angesichts der globalen regulatorischen Bedenken in Bezug auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung nicht durchsetzen würden.

Stattdessen erklärte der CEO:

"Ich glaube nicht, dass Banken und Regierungen sich da raus halten werden. Die Banken liefern einen sehr wichtigen Rechtsrahmen, der meiner Meinung nach für die Gesellschaft wichtig ist. Ich persönlich glaube, dass Banken diese Rolle weiterhin spielen werden, sie sind gut darin [...] Ich denke, dass das eine Reihe von neuen Technologien ist, von denen sie profitieren können, um ihr Geschäft auszubauen."

Da die Banken bei der Lösung nachdrücklich eine Rolle spielen, ist Garlinghouse laut eigener Aussage sowohl auf die Vorteile als auch auf die möglichen Hürden angegangen, die an der Schnittstelle zwischen der Kryptobranche und dem traditionellen Finanzwesen aufkommen.

Da XRP und die Technologien von Ripple die Überweisungskosten für grenzüberschreitende Transaktionen deutlich senken sollen, erklärte der CEO, dass die Lösungsansätze bei Regionalbanken und so genannten Tier-1-Geldbanken wahrscheinlich unterschiedlich ausfallen müssten.

Er erklärte - am Beispiel von Wells Fargo -, dass für Regionalbanken der Impuls, die Effizienzvorteile von Blockchain-Technologien und Kryptowährungen zu nutzen, von Anfang an angeblich stärker sei:

"99 Prozent der Banken gefällt es sehr, was wir tun. Denn wir demokratisieren eine Sache, die von einer kleinen Anzahl von Banken und ihren Konkurrenten kontrolliert wird."

In Bezug auf die Tier-1-Geldbanken räumte Garlinghouse ein, dass ihre derzeit oligopolistische Machtstellung im Bankensektor potenziell durch neue Technologien und Kapitalflüsse bedroht sei. Die Citibank beispielsweise soll im vergangenen Jahr einen Gewinn in Höhe von umgerechnet rund 7,2 Mrd. Euro von anderen Banken" erzielt haben.

Krypto-Transaktionen, die mit Identitätsprüfungsmaßnahmen konform sind, würden jedoch ein Mittel zur drastischen Senkung von Überweisungskosten und einer deutlich geringeren Reibung darstellen. Daher, so der CEO, würden selbst die "größten der großen" Banken wohl gezwungen sein, die Technologien zu nutzen, um zu verhindern, dass Unternehmensriesen, wie etwa Amazon, ihnen zuvorkommen.

Wie berichtet wurde, kündigte der US-Bankenriese JPMorgan Chase im Herbst an, einen eigenen digitalen Vermögenswert für die Abwicklung namens "JPM Coin" einführen zu wollen.