Rumänische Zentralbank: Kryptowährungen können Zentralbankgeld nicht ersetzen

Ein Sprecher der rumänischen Zentralbank meint, dass Kryptowährungen keine tatsächlichen Währungen sind, weshalb sie das Zentralbankgeld auch nicht ersetzen werden. Die entsprechenden Äußerungen wurden am 16. April vom rumänischen Nachrichtenportal Business Review gemeldet.

Daniel Daianu, der Mitglied im Aufsichtsrat der Rumänischen Nationalbank (BNR) ist, erklärt dahingehend, dass die Aufgabenverteilung der verschiedenen Institutionen im Finanzsystem von wichtiger Bedeutung ist und dass sich diese Rollen nicht so einfach auflösen lassen. Daianu sieht zwar die Vorteile der Blockchain-Technologie, aber trifft eine ganz klare Abgrenzung zu den Kryptowährungen, deren Status er eher kritisch betrachtet:  

„Meiner Ansicht nach handelt es sich hierbei lediglich um finanzielle Vermögenswerte, denn Kryptowährungen erfüllen nicht die Grundvoraussetzungen einer Währung. […] Dementsprechend können Kryptowährungen auch niemals das Zentralbankgeld ersetzen. Zentralbanken könnten zwar irgendwann eigene Digitalwährungen herausgeben, aber diese wären in ihrer Funktion ähnlich wie bestehende Währungen. Ich gebe allerdings zu, dass neue Technologien unser [zentrales] System breiter auffächern können. Die Dezentralisierung [der Blockchain] zeigt uns, welche Vorteile eine Netzwerkstruktur haben kann.“

Rumänien hat sich schon früh um Krypto und Blockchain bemüht, so wurde das Land im Jahr 2014 der erste osteuropäische Partner der Bitcoin Stiftung. Vergangenen Juli wurde dann eine notdürftige Verordnung herausgegeben, die den rechtlichen Status von „elektronischem Geld“ klärt.  

Die Verordnung beschreibt elektronisches Geld dahingehend als „Geldwert, der elektronisch gespeichert wird und eine Forderung an den Emittenten darstellt, der zum Zwecke der Ausführung von Zahlungstransaktionen ausgegeben wird und von einer dritten Person als Zahlungsmittel akzeptiert wird."

Eine neue Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) hat derweil ergeben, dass weltweit ca. 40 Zentralbanken an Blockchain-Projekten forschen. Hierdurch sollen insbesondere finanzielle Inklusion, effizientere Zahlungsabwicklungen und eine Erhöhung der Cybersicherheit erreicht werden. Das WEF beschreibt verschiedenste geplante Anwendungsmöglichkeiten und Ausgestaltungen in ihrem Bericht, darunter auch die etwaigen Zentralbank-Digitalwährungen.