Singapurer Börse: Blockchain für tokenisierte Vermögenswertabwicklung erfolgreich getestet

Die Singapurer Börse (SGX) hat zusammen mit der Singapurer Finanzaufsicht (MAS) erfolgreich Blockchain-Technologie bei der tokenisierten Vermögensabwicklung eingesetzt und getestet. Das geht aus einer Mitteilung von SGX von Sonntag, 11. November, hervor.

Im Bericht werden die Daten der Studie enthüllt. Diese wurde im August gestartet, kurz nachdem die MAS und die SGX eine Partnerschaft mit der US-Börse Nasdaq, dem "Big Four"-Beratungsunternehmen Deloitte und dem Singapurer Technologieunternehmen Anquan eingegangen waren. Laut der Mitteilung haben die Partner eine Blockchain-gesteuerte Lösung im Bereich der Lieferung bei Zahlung (engl. Delivery versus Payment, DvP) entwickelt. Das ist ein Abwicklungsverfahren, bei dem der Käufer die Zahlung für die Wertpapiere zum Zeitpunkt der Lieferung tätigen muss.

Die Studie hat gezeigt, dass Finanzinstitute und Unternehmensinvestoren den Handel und die finale Abwicklung für tokenisierte Vermögenswerte auf verschiedenen Blockchain-Plattformen gleichzeitig durchführen können. Die SGX glaubt, dass das die Betriebseffizienz steigern und die Abwicklungsrisiken reduzieren könnte. Außerdem könnte die Technologie weiter dazu beitragen, die DvP-Abwicklungsprozesse zu automatisieren, indem sie Smart Contracts verwendet, so der Bericht.

Tinku Gupta, der Leiter der technologischen Abteilung bei SGX, hat außerdem bekannt gegeben, dass die Börse ihr erstes Patent überhaupt eingereicht habe:

"SGX hat eine einzigartige Methodik entwickelt, um eine praktische Interoperabilität von Plattformen sowie den gleichzeitigen Austausch von digitalen Token und Wertpapieren zu ermöglichen. Daher haben wir unser erstes Technologiepatent angemeldet."

Wie Cointelegraph bereits mehrfach berichtete, testen Unternehmen aus Singapur aktiv Blockchain-Lösungen in verschiedenen Bereichen.

So hat beispielsweise der lokale staatliche Dienstleister CrimsonLogic im Juli sein grenzüberschreitendes Blockchain-Netzwerk für den globalen Handel vorgestellt. Damit soll die Effizienz der Handelskorridore zwischen China und dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) erhöht werden. Im Oktober hat die SP Group, ein großes Unternehmen, das in Singapur Strom und Gas transportiert, einen Marktplatz für Blockchain-betriebene Zertifikate für erneuerbare Energien eröffnet, über den Solarenergie weltweit gekauft und verkauft werden kann.

Ende Oktober hat Nasdaq ebenfalls ein US-Patent für ein auf Smart Contracts basierendes Informationsfreigabesystem erhalten, das ermöglichen soll, dass Daten vor der Ausgabe sicher verwahrt sind. Die Börse wartet derzeit noch auf die Entscheidung über weitere Blockchain-bezogene Patente.