Forscher von Sony haben ein KI-System entwickelt, das in der Lage ist, Dialogfetzen in Fantasie-"Persönlichkeiten" zu verwandeln, die als Nicht-Spieler-Charaktere in Videospielen und anderen Medien verwendet werden könnten.
KI-Personas sind Charaktere oder Persönlichkeiten, die von KI-Modellen, wie etwa großen Sprachmodellen, übernommen werden. Normalerweise muss man zur Erstellung einer KI-Persona ein natürliches Sprachmodell trainieren und anschließend durch eine Kombination aus Parameteroptimierung und menschlichem Feedback feinabstimmen.
Sonys jüngste Experimente umfassen die Automatisierung dieses Prozesses, indem ein KI-Modell trainiert wird, so dass es hervorstechende Details aus Dialogen extrahieren kann.
Das ultimative Ziel des Teams ist es, Personas weniger langweilig zu machen:
"Die Hauptprobleme mit Dialogagenten sind ihre langweiligen und generischen Antworten und ihre Unfähigkeit, einen konsistenten Charakter aufrechtzuerhalten. In Gesprächen widerspricht dieser sich auch oft selbst."
Nicht-Spieler-Charaktere
Anstatt eine Persona von Grund auf zu entwickeln, gingen die Forscher von Sony das Problem von der anderen Seite an. Sie entwickelten einen Prozess namens "Persona-Extraktion", der eine Persona auf der Grundlage vorhandener Informationen entwickelt.
Eine Piraten-Persona könnte zum Beispiel aus Dialogen entwickelt werden, in denen eine Figur über verschiedene Aspekte des Piratenlebens diskutiert.
Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung einer Persona mit dieser Methode besteht darin, dass Dialoge oft irrelevante Informationen enthalten können. Zum Beispiel kann eine Figur, die über das Leben eines Piraten spricht, auch über Dinge sprechen, die nichts mit ihrer Persona als Pirat zu tun haben.

Das Team trainierte die KI, um zwischen nützlichen und nicht nützlichen Informationen zu unterscheiden, und das Ergebnis war die Entwicklung von vollwertigen Personas.
Auch wenn beim Experiment nicht die Schaffung künstlicher Agenten in Videospielen, wie z. B. Nicht-Spieler-Charaktere (NPCs), im Vordergrund stand, ist diese frühe Arbeit an Personas offenbar extrem anpassungsfähig.
Die Personas sind in der Lage, Dialoge zu generieren, die in Kombination mit anderen Systemen nahtlos genutzt werden könnten. So können NPCs in Echtzeit chatten und dabei die Immersion des Charakters aufrechterhalten. Die Dialoge solten sich auch für automatisiertes Scripting und Routinen für solche Charaktere eignen.
Imitation und Werbe-Personas
Leider gibt es, wie das Team in seinem Papier erwähnt, auch ethische Aspekte bei der Entwicklung dieser automatisierten Systeme, über die man diskutieren muss.
"Die ethischen Bedenken bei dieser Arbeit konzentrieren sich auf die Möglichkeit, sich automatisch als eine existierende Person auszugeben, und nicht auf den beabsichtigten Anwendungsfall von fiktiven Charakteren."
Aus demselben Grund könnte das experimentelle System der Forscher theoretisch dazu verwendet werden, Personas von bestehenden Personen zu extrahieren, um Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Je genauer eine Persona einen einzelnen Verbraucher widerspiegelt, desto gezielter könnte die Werbung für diesen sein.
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