Südkorea will Blockchain-Industrie mit neuen Klassifizierungsstandards legalisieren

Die südkoreanische Regierung entwirft wichtige neue Branchenklassifizierungsstandards für die inländische Blockchain-Industrie, wie das lokale Krypto-Nachrichtenportal The BChain am Donnerstag, 5. Juli, berichtet.

Drei koreanische Ministerien - das Nationale Amt für Statistik, das Ministerium für Wissenschaft und Technologie und das Ministerium für Information und Kommunikation - sollen seit Ende letzten Monats daran gearbeitet haben, bis Ende Juli den endgültigen Entwurf eines neuen Klassifikationssystems für die Blockchain-Industrie zu erstellen.

Das System wird Berichten zufolge als Grundlage für die Politikgestaltung dienen, insbesondere für die "Blockchain-Förderung und regulatorische Rahmenbedingungen", und umfasst Bereiche wie die Erstellung von Blockchain-Systemen, die Entwicklung dezentraler Anwendungen (DApps) und Kryptowährungsbörsen und Transaktionen.

Der Entwurf definiert Kryptowährungsbörsen als Krypto-Vermögenswertaustausch und Brokerage, was eine wichtige Neudefinition ist, die "Kryptobörsen als regulierte Finanzinstitute anerkennt", im Gegensatz zur früheren Klassifizierung als "Kommunikationsanbieter", so das Nachrichtenportal Hacked.

BChain berichtet, dass es "das erste Mal" ist, dass die koreanische Regierung den aufstrebenden Sektor als eine legitime Branche anerkannt hat.

Mit weiterer Hilfe von 43 Ministerien und 17 regionalen Kommunen sowie Unternehmen und Finanzinstituten soll die Initiative auf Grundlage von Gesprächen mit über 160 Institutionen die erste statistische Erhebung in diesem Sektor durchführen.

Die Regierung hat ihr Branchenklassifikationsschema in drei Sektoren unterteilt, mit zehn weiteren Unterteilungen. Dabei wurde die koreanische Standard-Branchenklassifizierung (KSIC) als Referenz genommen. Die Unterteilungen beinhalten detaillierte Hinweise zur Blockchain-betriebenen Infrastruktur für DApps wie EOS, Ethereum und NEO, Blockchain-basierte Cloud-Computing-Dienste und Kryptowährung-Mining.

Die Studie umfasst auch die Integration von Blockchain-Systemen in bestehende Branchen wie dem Finanzsektor, Sicherheit, Versicherungen, Urheberrechtsmanagement, Supply Chain Management, medizinische Dienstleistungen und Softwareentwicklung.

Diese Nachricht von heute kommt zu einer wichtigen Zeit für die südkoreanische Krypto-Sphäre. Die jüngsten hochkarätigen Kryptowährungsbörsen-Hacks haben notwendigerweise starke Reaktionen von lokalen Regulierungsbehörden gefordert: Nichtsdestotrotz gab es im Frühjahr wichtige positive Nachrichten von der Regierung. Darunter vor allem die Pläne des Landes, das berüchtigte Pauschalverbot für inländische Initial Coin Offerings (ICOs) aufzuheben.

Ende Juni hat das Ministerium für Wissenschaft und IKT eine große Blockchain-Technologieentwicklungsstrategie angekündigt, die darauf abzielt, bis 2022 etwa 176 Mio. Euro aufzubringen. Seit Mai erforscht die Zentralbank des Landes auch die Idee, Blockchain zu nutzen, um ihr Projekt für eine "bargeldlose Gesellschaft" bis 2020 zu realisieren.