Stellar-Mitbegründer: 90% aller Krypto-Projekte "großer Mist"

Die meisten Finanzinstitute werden Bitcoin (BTC) nicht verwenden. Das erklärte der Mitbegründer und technische Leiter des Zahlungsnetzwerks Stellar Jed McCaleb in einem Interview mit Yahoo Finance vom 31. Dezember.

Im Gespräch mit der Online-Nachrichtenplattform hat sich McCaleb - der auch einer der Gründerväter der stillgelegten japanischen Bitcoin-Börse Mt. Gox, sowie Mitbegründer von Ripple ist - für die Verwendung von erlaubnislosen, offenen Blockchains im Finanzwesen ausgesprochen. Gegenüber Reportern sagte er ganz direkt:

"Es muss nicht die Bitcoin-Blockchain sein, aber wenn es keine öffentliche Chain ist, dann wird am Ziel vorbeigeschossen."

McCaleb kritisierte auch Kryptowährungsprojekte, die nicht mit Bitcoin, Ethereum oder Stellar in Zusammenhang stehen.

"Neunzig Prozent dieser Projekte sind großer Mist. Ich freue mich schon auf den Moment, an dem sich das ändert", antwortete er auf die Frage nach den Aussichten für die Kryptowährungsbranche im Jahr 2019. Er fuhr fort:

"Projekte wie Tron sind nur Müll. Aber die Leute investieren einen riesigen Haufen Geld darin. In Dinge, die einfach technisch nicht funktionieren."

TRON (TRX) wurde als alternative Token-Entwicklungsplattform zu Ethereum entwickelt und hat in diesem Jahr verstärkt geworben. Der CEO Justin Sun hat dabei regelmäßig das Ethereum-Netzwerk wegen seiner angeblichen Mängel scharf kritisiert.

Auch die Feierlichkeiten, mit denen TRON in diesem Monat sein einmillionstes Benutzerkonto ehrte, wurden skeptisch betrachtet.

Für McCaleb ist jedoch kein einziges Kryptowährungsnetzwerk oder ein dazugehöriger Token eine allumfassende Lösung - dabei nimmt er auch Stellar und seinen hauseigenen Coin Lumens (XLM) nicht aus.

"Es gibt einige Dinge, in denen Bitcoin gut ist, einige Dinge, in denen Ethereum gut ist, und einige Dinge, in denen Stellar gut ist", sagte er und fügte hinzu:

"Und keiner von ihnen kann alles gut. So funktioniert Software einfach nicht."

Im Hinblick auf die Zukunft zeigte McCaleb sich optimistisch. Er wies die Vorstellung zurück, dass 2018 einen Bärenmarkt für Krypto darstellte, und beschrieb dieses Jahr stattdessen als "Beruhigung".

Stellar hat sich mit dem Kryptowährungs-Wallet-Anbieter Blockchain.com im vergangenen Monat zusammengeschlossen, um die Verbreitung und Aufnahme von XLM mit einem massiven Airdrop in Höhe von umgerechnet rund 108 Mio. Euro an die Nutzer zu steigern.