Tether: Über die Hälfte aller USDT zurückgekauft und "verbrannt"

Tether, der Emittent des Stablecoin USDT, sagt, dass die Plattform "eine erhebliche Menge" an Token aus dem zirkulierenden Angebot zurückgekauft habe und nun 500 Millionen USDT aus der Tether-Kassen-Wallet "zerstören" werde. Das geht aus offiziellen Post vom 24. Oktober hervor.

Laut dem Unternehmen verbleiben damit 446 Millionen USDT für zukünftige USDT-Emissionen in seiner Kasse. Das bedeutet, dass diese zurückgekauften und "verbrannten" Token 52,8 Prozent des gesamten ursprünglichen Angebots ausmachen.

Der Rückkauf ist auf dem OMNI Blockchain Explorer zu sehen. Dort wird eine bestätigte Transaktion in Höhe von 500 Millionen USDT im Block 547155 angezeigt. In der Ankündigung von Tether wird auf die Konzeptbeschreibung der Prozesse für eine Token-Ausgabe und -Rückkauf verwiesen, die in ihrem White Paper beschrieben werden. In diesem erklärt die Firma:

"Jeder Tether, der ausgegeben oder zurückgekauft und auf der Bitcoin-Blockchain öffentlich aufgezeichnet wurde, entspricht einer Einzahlung oder Abhebung von Geld vom Bankkonto des Unternehmens."

Im Whitepaper heißt es, dass die öffentlich einsehbare und transparente öffentliche Bitcoin (BTC)-Blockchain sicherstelle, dass die Token-Transaktion überprüft und nachvollzogen werden kann. Tether werden auf der BTC-Blockchain über das Protokoll von Omni Layer ausgegeben.

Der Omni Explorer zeigt außerdem an, dass die Token-Reserve von Tether nun 466.678.763,48 beträgt. Das deckt sich mit der Aussage des Unternehmens.

In Bezug auf die Buchhaltung für die Fiat-Reserve heißt es im Whitepaper, dass der Nachweis der US-Dollar-Reserven im Rahmen der "Solvenzgleichung" für das Tether-System mehrere Prozesse erfordere. Darunter fällt unter anderem die Veröffentlichung des Kontostands auf der Transparenzseite ("Kapitalnachweis") und professionelle Finanzprüfungen.

Tether hat eine besonders kontroverse Vergangenheit in Sachen Transparenzverhalten, wie der Krypto-Investor und Unternehmer Michael Novogratz kürzlich betonte. Einige zweifeln die Aussagen des Unternehmens an, dass der USDT eins zu eins durch den US-Dollar gedeckt ist. Einige werfen dem Unternehmen sogar vor, einen mutmaßlichen Mangel an Fiat-Reserven in Zusammenarbeit mit Bitfinex zu vertuschen.

Die Firma hat mutmaßlich ihre Beziehung zu einem externen Wirtschaftsprüfer im Januar dieses Jahres beendet. Daraufhin hat die Firma in ihrem "Kapitalnachweis" vom Juni behauptet, dass Tether über ausreichende Dollarreserven für die im Umlauf befindlichen Token verfüge. Diese sollen in einer nicht namentlich genannten Bank gehalten werden.

Die groß angelegte Token-Rücknahme und -Zerstörung hat zu heftigen Spekulationen auf Twitter geführt. Insbesondere auch deshalb, weil Tether erst kürzlich - wenn auch nur kurzzeitig - auf bis zu 0,91 US-Dollar (0,80 Euro) gefallen ist. Einige warfen der Firma daher vor, den Markt zu manipulieren, indem sie Token zu niedrigen Preisen zurückkaufen und nach einer Markterholung liquidieren.

Die Krypto-Persönlichkeit WhalePanda witzelte dazu: "Eine $USDT-Knappheit kommt! Bald 1,01 US-Dollar."

Andere sind der Meinung, dass das Unternehmen nicht in der Lage sei, die Token mit ausreichenden Reserven zu decken. Damit bezogen sie sich auf Tethers problematische Vergangenheit mit der Transparenz, den langwierigen Krypto-Bärenmarkt. Aber auch auf die Tatsache, dass die Kryptobörse Bitfinex, die mit der Kryptowährung in Verbindung steht, kürzlich im Mittelpunkt von Gerüchten über eine Insolvenz und mutmaßliche Bankprobleme stand. Inzwischen hat diese die Gerüchte allerdings offiziell dementiert.

Bitfinex reagierte auf einen kürzlichen Medienbericht, in dem der Börse vorgeworfen wurde, Handelsvolumendaten für einen "Markt, der nicht existiert" zu veröffentlichen. Das soll durch die Übermittlung von Daten in Bezug auf ein "USDT-USD-Handelspaar" - das auf der Plattform nicht unterstützt wird - von der eigenen API zur beliebten Krypto-Datenseite CoinMarketCap geschehen.