Türkei: Mobilfunkriese Turkcell stellt Blockchain-Identitätsverwaltung vor

Der Telekommunikationsdienstleister Turkcell aus Istanbul hat einen Blockchain-basierten Dienst für die Identitätsverwaltung eingeführt, wie die Nachrichtenplattform Daily Sabah am 26. Februar berichtete.

Turkcell hat Berichten zufolge am 25. Februar sein neues Blockchain-Produkt auf der Technologiemesse Mobile World Congress (MWC) 2019 angekündigt. Die Identitätsverwaltungslösung wurde entwickelt, um den Benutzern die Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu ermöglichen und den Datenschutz in Übereinstimmung mit den Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu gewährleisten.

Bestehende Identitätsverwaltungssysteme tauschen möglicherweise Benutzerdaten mit Dritten. Das Turkcell-Blockchain-Produkt soll hingegen die erforderlichen Benutzerdaten auf einer Blockchain speichern und zusätzliche Identitätsprüfungen überflüssig machen. Turkcell präsentierte auch einen Blockchain-basierten Anwendungsfall im Zusammenhang mit Spenden, der auch die Identitätsverwaltungslösung enthält. Dabei geht es um ein Verfahren, bei geprüft wird, ob Bedürftige berechtigt sind, Spenden zu erhalten.

Der Vizepräsident für Kundenerlebnis und Informationstechnologie Serkan Öztürk sagte Berichten zufolge, "der Einsatz von Blockchain-Technologie ist unerlässlich, um das Kundenerlebnis bei unseren digitalen Diensten und Lösungen zu verbessern, was bei der Gestaltung unserer Dienste nach wie vor oberste Priorität hat". Öztürk betonte auch, dass diese Initiativen Turkcell "helfen werden, unsere digitalen Dienstleistungen zu verbessern und die Messlatte für das Kundenerlebnis höher zu legen".

Turkcell wurde 1994 gegründet und ist ein digitaler Betreiber aus der Türkei, der in neun Ländern tätig ist. Im Jahr 2018 belief sich der Reingewinn des Unternehmens Berichten zufolge auf umgerechnet 332 Mio. Euro, während der Umsatz der Gruppe um 21 Prozent höher gegenüber dem Vorjahr lag.

Blockchain ist im Telekommunikationssektor auf der ganzen Welt weit verbreitet. Cointelegraph berichtete heute früh, dass Spaniens größtes multinationales Telekommunikationsunternehmen Telefonica sich mit Microsoft zusammengetan hat, um die digitale Innovation durch Blockchain und künstliche Intelligenz zu erweitern. Die Zusammenarbeit soll kundenorientierte technologische Verbesserungen beinhalten, die auf vorhergehende Bemühungen der beiden Unternehmen aufbauen.

In diesem Monat hat sich Südkoreas größter Mobilfunkanbieter SK Telecom (SKT) auch mit dem fünftgrößten Telekommunikationsunternehmen der Welt, nämlich der Deutschen Telekom, zusammengeschlossen. Bei dieser Zusammenarbeit geht es um die Entwicklung einer kommerzialisierten, Blockchain-betriebenen, mobilen Identitätslösung, die etwa für Zugangskontrollen, Transaktionen und Verträge verwendet werden kann.