Wall Street Trader: „Bitcoin ist ein noch nie da gewesenes Finanzprodukt“

Der Wall Street Trader Nik Bhatia findet, dass Bitcoin (BTC) durch das Lightning Network zu einem noch nie da gewesenen Finanzprodukt geworden ist, da es hierdurch die Eigenschaften eines Wertaufbewahrungsmittels mit den Eigenschaften eines Zahlungsmittels in sich vereinen kann.

Diese Tatsache hat Bhatia sogar letztendlich sogar dazu veranlasst, seinen Posten an der Wall Street als Trader für Anleihen aufzugeben, wie er in einem Blogeintrag vom 18. November schreibt.

Ein Wertaufbewahrungsmittel mit Zahlungsmittelfunktion

Stattdessen ist Bhatia nun Wirtschaftsprofessor an der USC Marshall School of Business, wo er seine Faszination für Bitcoin weiter vertieft, da er hier als Forscher für den Bitcoin-Zahlungsdienstleister OpenNode tätig ist.

In seinem jüngsten Blogeintrag hebt er hervor, in welch starkem Kontrast die Größenordnungen stehen, die er in der klassischen Finanzwelt und der Kryptobranche erlebt hat. So schreibt er im Hinblick auf das Jahr 2016, als er erstmals auf Kryptowährungen aufmerksam wurde:

„Bitcoin hatte damals eine Marktkapitalisierung von weniger als 20 Mrd. US-Dollar. Ich, der nur ein kleiner Fisch im Trading von Anleihen war, habe allein in ein paar Monaten mehr als 20 Mrd. US-Dollar an Staatsanleihen umgesetzt.“

Um diese Größenordnungen anzugleichen, indem Bitcoin auf ein ähnliches Level gehoben wird wie die 767 Bio. US-Dollar, die die US-Zentralbank jährlich umsetzt, spielt das Lightning Network eine entscheidende Rolle, wie Bhatia meint.

Das Lightning Network ist ein Blockchain-Netzwerk, das parallel zur Blockchain von Bitcoin geschaltet ist und somit erlaubt, dass Bitcoin-Transaktionen ausgelagert werden. Die Transaktionen werden also über das Lightning Network abgewickelt und dann wieder in der Bitcoin-Blockchain vermerkt. Dadurch soll das große Problem der Skalierbarkeit gelöst werden, da die marktführende Kryptowährung so in der Lage wäre, auch viele kleine Transaktionen abzuwickeln, ohne überfüllt zu werden. Eine tatsächliche Nutzung als massentaugliches Zahlungsmittel wäre so möglich.

Diese Zahlungsmittelfunktion würde sich der Funktion als Wertaufbewahrungsmittel anschließen, die Bitcoin durch seine eingebaute Knappheit bereits innehat. In dieser Kombination sieht Bhatia etwas ganz Besonderes, weshalb er seine Karriere als Wall Street Trader letztendlich aufgegeben hat. So schreibt er:

„Die geplante Verknappung von Bitcoin hat als erstes mein Interesse geweckt, aber das Lightning Network hat mich dann vollends überzeugt […] ein Wertaufbewahrungsmittel, das die Geschwindigkeit und Skalierbarkeit eines Zahlungsmittels hat, das ist wahrlich noch nie da gewesen in der Geschichte der Menschheit und deshalb auch ein lohnenswertes Feld.“

Digitales Gold und Zahlungsmittel

Der Großinvestor Tim Draper stieß Anfang des Monats in ein ähnliches Horn, als er das Lightning Network und OpenNode als zwei der entscheidenden Innovationen ausmachte, die den Bitcoin-Kurs bis 2023 auf einen Wert von 250.000 US-Dollar tragen könnten. So erklärte er in diesem Zusammenhang:

„Das liegt daran, dass das Lightning Network, OpenNode und einige andere Zahlungsdienste uns ermöglichen werden, Bitcoin schnell und einfach zu nutzen. Dann ist sie nicht mehr nur ein Wertaufbewahrungsmittel, sondern kann auch für Bezahlungsvorgänge, wie zum Beispiel in Geschäften oder sonst wo, eingesetzt werden.