"Man kann Blockchain nicht verbieten. Es ist Mathe" - eine Unterhaltung mit Jimmy Wales

Dieses Interview wurde im englischen Original bearbeitet und gekürzt und anschließend übersetzt.

"Jimmy Wales scheitert mit Erfolg". Wer würde so etwas glauben? Anscheinend Jimmy selbst, da dies die Nachricht ist, die er mit seiner Rede bei der größten Krypto-Konferenz in Europa (der Blockshow) verbreitet, indem er Scheitern als "einen essentiellen Part von Innovation" beschreibt. In seiner Rede kristallisiert sich allerdings auch die Wichtigkeit heraus, niemals aufzugeben. Der Mitgründer der vielsprachigen Online-Enzyklopädie teilte uns mit, dass Wikipedia nicht sein erstes, dafür sein bisher erfolgreichstes Projekt ist.

In Berlin kündigte der Headliner des Events sein von allen sehnsüchtig erwartetes neues Projekt an - WikiTribune, von dem Jimmy selbst sagt, es geht "darum, qualitativ hochwertigen, neutralen Journalismus in die Welt zu bringen".

Jimmy Wales

Jimmy Wales während seiner Rede bei der Blockshow im Mai 2018 in Berlin, Deutschland. Bildquelle: Blockshow

Und was ist mit Krypto?

Catherine Ross: Während Ihrer Rede nannten Sie Krypto eine Blase und Sie haben diese Meinung auch in diversen anderen Interviews vertreten. Warum denken Sie so?

Jimmy Wales: Ich bin inzwischen alt und ich habe die Internetwelt während der Dotcom-Blase erlebt. Wenn ich also sage, etwas ist eine Blase, dann heißt das nicht, dass ich dort nichts von Wert sehe. Es bedeutet lediglich, dass eine Menge Lärm gemacht und ein Haufen Geld investiert wird und davon auch viel in Dinge, die nicht wirklich Sinn ergeben. Viele Projekte werden scheitern, aber zusätzlich sehen wir jede Menge Betrügereien, Diebstähle und andere verrückte Dinge passieren. Von daher bitte ich die Menschen nur, vorsichtig zu sein.

CR: Das ist fair. Sind Sie selbst Krypto-Investor?

JW: Nein, bin ich nicht. Ich hatte hier und da mal Krypto, aber ich bin wirklich kein Investor, das ist etwas, das Sie über mich wissen sollten. Ich habe meine eigenen Projekte und darüber hinaus investiere ich nicht wirklich.

CR: Wenn Sie sich je entschließen würden, ein Projekt mit Blockchain-Attributen vorzustellen, welche Art von Projekt wäre das?

JW: Ich plane nichts direkt in der Blockchain-Sphäre. Ich bin trotzdem sehr angetan von der Idee. Eine Menge Leute haben mit ihre Ideen in der Journalismus-Branche vorgestellt. Ich sehe nur keinen wirklich Sinn dabei, aber ich werde weiter drüber nachdenken und e