Ulli Spankowski #24

CDO der Gruppe Börse Stuttgart, Mitbegründer und CEO von Bison App

Ulli Spankowski & CDO der Gruppe Börse Stuttgart, Mitbegründer und CEO von Bison App & poster
Ulli Spankowski & CDO der Gruppe Börse Stuttgart, Mitbegründer und CEO von Bison App

Kategorie

Investment & Finanzen

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Dass Bitcoin im kommenden Jahr in weiteren Dritt-Welt-Ländern als offizielle Währung eingeführt wird, halte ich für realistisch.

Dr. Ulli Spankowski gehörte zu den Ersten, die sich dafür eingesetzt haben, Krypto über Adaption im institutionellen Bereich massenmarktfähig zu machen. Er ist Mitbegründer und CEO des Unternehmens hinter Bison App und als Chief Digital Officer bei der Boerse Stuttgart Gruppe für die digitalen und Blockchain-Themen der Gruppe verantwortlich. 

Spankowski promovierte im Bereich Banking und Finance und erhielt seinen Doktortitel an der Universität Hohenheim, an der er auch Lehrbeauftragter war. 

Welche Ereignisse 2022 waren wichtig für die Krypto- und Blockchain-Adoption?

“Blicken wir auf das turbulente Kryptojahr 2022 zurück, stellen wir fest, dass es auch einige positive Entwicklungen gab, die einen wichtigen Beitrag zur Krypto-Adoption geleistet haben. Die Adoption zeigt sich in den zunehmenden Nutzerzahlen quer durch den Markt und die Anbieter, wenngleich auch das Handelsvolumen im Vergleich zu 2021 zurückgegangen ist. 

Ein Meilenstein 2022 war bestimmt The Merge, die Umstellung des Konsensmechanismus auf Proof-of-Stake bei Ethereum. Diese Umstellung bietet eine ressourcenschonende Alternative für jene, die aufgrund der Energieverbrauchsdebatte von Proof-of-Work Bedenken hatten, daran teilzunehmen und insgesamt den Kryptomarkt im Bezug auf Nachhaltigkeit in ein besseres Licht rückt. Bei Bitcoin hingegen wächst das Lightning Netzwerk exponentiell. 

Ein weiterer Meilenstein in diesem Jahr sind die Fortschritte im Bereich Regulatorik. Wir haben nun mit MiCA regulatorische Gewissheit in Europa und das Inkrafttreten wird aus meiner Sicht eine wichtige Startrampe für das Wachstum von Krypto im institutionellen Bereich sein. Die Beteiligung am Kryptomarkt der größten Investmentfirmen und Player im Finanzbereich wie BlackRock, BNY Mellon, Goldman Sachs und PayPal treibt die Adoption ebenfalls weiter voran. 

Ein weiterer Driver für die Krypto-Adoption ist die Öffnung staatlicher Geldpolitik und die Akzeptanz von Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel, wie in El Salvador sowie Brasilien, wo Gesetze zur Legitimierung von Bitcoin-Zahlungen verabschiedet wurden. 

Für das kommende Jahr erwarte ich mir viel Aktivität in Richtung stärkere Transparenz und Regulierung im Krpytobereich – Vorgänge, die vermutlich auch durch die Skandale rund um Celsius und FTX beschleunigt werden. Ich denke auch, dass Risikokapitalgeber verstärkt im Bereich Web 3.0 und DeFi Applikationen investieren.

Im Bereich Digital Asset bzw. Security Token vermute ich einen verstärkten Trend zu alternativen Abwicklungssystemen, welche sich der öffentlichen Blockchain-Technologie bedienen und so das Potenzial haben, Zentralverwahrer schrittweise zu ersetzen. Gerade weil sich die Finanzindustrie seit mehreren Jahren damit beschäftigt, kostengünstige Abwicklungsalternativen über die Blockchain zu implementieren, denke ich, dass es im Bereich elektronische Wertpapiere einiges an Entwicklung geben wird.  

Dass Bitcoin im kommenden Jahr in weiteren Dritt-Welt-Ländern als offizielle Währung eingeführt wird, halte ich für realistisch. Dadurch wird auch die Adoption des Lightning Protokolls steigen und somit die damit verbundenen Energiekosten sinken. 

Im Bereich NFTs und “Genussrechte” – etwa im Bereich Musik, Sport und Kunst – erwarte ich ebenso weiteren Aufwind in 2023.”