600 gestohlene Bitcoin-Miner aus Island-Diebstahl möglicherweise in China

Die fehlenden Geräte aus einem ungelösten Bitcoin (BTC)-Mining-Hardwarediebstahl in Island von Anfang dieses Jahres könnten in China sein. Das geht aus einem Bericht des isländischen Nachrichtenportals RUV vom 5. Mai hervor. Die isländische Polizei soll nun eine Anfrage bei den chinesischen Behörden gestellt haben, nachdem Ende April bekannt wurde, dass in der Stadt Tianjin 600 Geräte für das Mining von BTC beschlagnahmt worden waren.

Die Anzahl der konfiszierten Geräte stimmt genau mit der Anzahl der gestohlenen Hardware überein, die im Dezember und Januar bei den drei Einbrüchen in Rechenzentren in Island gestohlen wurde. Die isländische Polizei konnte im Februar bereits zwei Verdächtige identifizieren und verhaften. Gegen einen von ihnen wurde nun ein internationaler Haftbefehl erlassen, nachdem er aus einem isländischen Gefängnis ausgebrochen und Mitte April nach Schweden geflohen war.

Die fehlenden Geräte wurden bisher nicht gefunden. Der Gesamtwert wird auf 200 Millionen Kronen geschätzt. Das sind umgerechnet etwa 1,6 Mio. Euro. Die isländische Polizei hat den Energieverbrauch vor Ort erfolglos auf abnormale Erhöhungen überwacht.

In Tianjin war es ein genau solcher abnormaler Stromverbrauch, der Berichten zufolge die Aufmerksamkeit eines lokalen Netzbetreibers auf sich gezogen hat. Das führte zur Beschlagnahme der Mining-Geräte der Verdächtigen durch die Behörden.

Die chinesische Polizei hat laut RUV noch nicht auf die isländische Anfrage reagiert.

Mit seinem kalten Klima und dem breiten Zugang zu erneuerbaren Energien ist Island ein Hot Spot für das Krypto-Mining. Lokale Industriequellen haben für dieses Jahr eine Verdoppelung des Energieverbrauchs für Krypto-Mining im Land vorhergesagt. Das sei mehr Strom, als die 340.000 Bewohner Islands für den persönlichen Gebrauch nutzen.

Der Zugang zu Geothermie- und Wasserkraftwerken macht das Mining in Island potenziell umweltfreundlicher und nachhaltiger als Chinas kohlebetriebene Mining-Plätze.

China war lange eine unerschütterliche Krypto-Mining-Supermacht. Im Jahr 2017 fanden angeblich 50 bis 70 Prozent des BTC-Mining in China statt. Diesen Januar kamen jedoch Berichte über Pläne zur Verschärfung der regionalen Regulierungsaufsicht und einer möglichen Einschränkung des Stromverbrauchs von Minern in der Zukunft an die Öffentlichkeit.