Arizona State University nutzt SalesForce-Blockchain für akademische Qualifikationen

Die Arizona State University arbeitet mit örtlichen Community Colleges zusammen, um mithilfe der Blockchain den Austausch von Daten zu akademischen Qualifikationen zu verbessern. Die Universitätsnachrichten-Webseite Inside Higher Ed berichtete dies am 9. Juli.

Die Arizona State will mithilfe der Blockchain ermitteln, ob Studenten, die von Community Colleges dorthin wechseln, bereits genügend Credits erworben haben, um einen Associate-Abschluss zu erhalten. Das ist eine Zwischenqualifikation zwischen einem High-School-Diplom und einem vollwertigen Bachelor.

Die Nachverfolgung von Credits bei diesem Vorgang - der auch als Reverse Transfer bezeichnet wird - ist komplex und zeitaufwändig: Neben dem reinen Datenaustausch müssen die Hochschulen nicht homogene akademische Qualifikationen interpretieren und feststellen, ob diese ihren eigenen entsprechen.

In Zusammenarbeit mit dem Cloud-Software-Unternehmen Salesforce und seiner zentralen Unternehmensabteilung EdPlus entwickelt die Arizona State ein Blockchain-basiertes Studentendaten-Netzwerk, über das die teilnehmenden Institutionen akademische Qualifikationen sicher untereinander austauschen und verifizieren können.

Eines der Hauptziele dabei ist es, den Datenaustausch so zu gestalten, dass er in beide Richtungen verläuft. Damit können die Community Colleges weiterhin über die Fortschritte ihrer ehemaligen Schüler an der Arizona State auf dem Laufenden gehalten werden. Donna Kidwell, die technische Leiterin bei EdPlus, erklärte gegenüber Reportern:

"Wir wollen diese Informationswege in beide Richtungen optimieren [...] damit wir Studenten unterstützen können, die einen eigenen Weg bis zu einem Abschluss gehen." 

Kidwell fügte hinzu, dass solche individualisierten Studentenentscheidungen auch dazu beitragen könnten, dass die Universitäten einen Einblick erhalten, wie sie ihre Programmmöglichkeiten entwickeln und anpassen können. 

Kidwell sagte, mit dem System sollen Daten besser ausgewertet und ausgetauscht werden, um zu- vermeiden, dass der Lernweg der Schüler nicht in vollem Umfang anerkannt wird: "Wenn Sie sagen, dass Sie 86 Credit-Stunden in einem Studienfach haben, ist das in einem Lebenslauf nicht sehr aussagekräftig." 

Viele der Beteiligten sind der Ansicht, dass Studierende, die einen Associate-Abschluss erhalten haben, nach einem Wechsel sehr wahrscheinlich ihren Bachelor nachholen würden und dass die Blockchain einen robusten Mechanismus für die Verwaltung komplexer individueller Lernwege im Rahmen der Hochschulbildung bieten könne. Ein Koordinator an einem der Community Colleges erklärte:

"Blockchain wird die Zukunft der akademischen Qualifikationen sein. Die Technologie würde mit Sicherheit für einen flüssigeren Übergang sorgen. Studenten können damit auch ihre eigenen akademischen Qualifikationen besitzen."

Ein anderer Berater betonte jedoch, dass die Interoperabilität zwischen den Institutionen nach wie vor eine erhebliche Hürde für eine optimale Blockchain-Nutzung darstelle. Er erklärte, Arizona State müsse

"[...] eine sehr schwierige politische Arbeit leisten, um andere dazu zu bringen, sich an einer gemeinsame Chain zu beteiligen. Sie wird sich mit Fragen zur Nachhaltigkeit, Verwaltung und Eigentumsrechten an den Informationen und Technologien sowie der Herausforderung, Wissen aus verschiedenen Kursen an verschiedenen Institutionen abzubilden, auseinandersetzen müssen."

Mittlerweile bieten weltweit führende Universitäten eine Reihe von Blockchain- und Krypto-Kursen und Beschleunigern an : Eine Gruppe von Oxford-Professoren wollte in der EU über die Blockchain sogar vollwertige Studienabschlüsse an Studenten überreichen. Laut ihnen sollte das die weltweit erste "Blockchain-Universität" werden.