Australiens Pflegeversicherung testet Blockchain-Währung als internes Zahlungsmittel

Australiens Regierung erwägt den Einsatz von Blockchain-basiertem „Smart Money” im Rahmen ihrer gesetzlichen Pflegeversicherung für Menschen mit Behinderung (NDIS). Dies geht aus einer entsprechenden Pressemitteilung vom 9. Oktober hervor.

Das Testprojekt läuft unter dem Motto „Making Money Smart” und wurde gemeinsam von der Commonwealth Bank of Australia (CBA) und Data61 entwickelt. Data61 ist ein Forschungszentrum für digitale Innovation und ist Teil der Forschungsorganisation (CSIRO), die der australischen Regierung angehört und wissenschaftliche Forschung zur Förderung der heimischen Wirtschaft betreibt.

In der Pressemitteilung definiert Data61 das „smarte“ (bzw. programmierbare) Geld als eine Währung, die „versteht wofür sie ausgegeben werden kann, von wem sie ausgegeben werden kann und wann sie ausgegeben werden kann“, also ein Blockchain-basierter Token, der festgelegten, voreingestellten Regeln folgt. Der Distributed-Ledger (der dezentralisierte Datensatz) führt außerdem dazu, dass Verwendung und Zirkulation der Währung nachvollziehbar und unveränderbar sind.

Data61 gibt an, dass gerade die NDIS als Testpartner ausgewählt wurde, weil hier „sehr personenabhängige Zahlungsbedingungen vorliegen“, denn die in der Pflegeversicherung zusammengefassten behinderten Menschen und deren Betreuungspersonen erhalten für die Pflege individuell bemessene Gelder.

Das Smart Money System würde diesen Prozess automatisieren und absichern, was sowohl die betroffenen Personen als auch die Zahlungsgeber von unnötiger Bürokratie befreit.

Die Pressemitteilung gibt außerdem an, dass die Regierungsbehörde für Digitale Transformation (DTA) wohl schon seit Mai ein ähnliches Blockchain-Projekt für die Arbeitslosenversicherung entwickelt. Data61 hebt hervor, dass im Smart Money Test ein Token verwendet wird, der möglicherweise in Zukunft auch in andere Zahlungsplattformen eingebunden werden könnte.

Dr. Mark Staples von Data61 unterstreicht diese Idee, denn er sieht in der angewendeten Technologie ein Potenzial, das weit über die Nutzung in Versicherungssystemen hinausgeht. Des Weiteren meint er in der Mitteilung, dass die programmierbare Währung Unternehmen helfen kann „neue Geschäftsmodelle und innovative Wege für Produkte und Dienstleistungen“ zu finden.

Neben dem NDIS-Test gibt es in Australien auch andere große Projekte im öffentlichen Sektor und der Finanzbranche, die sich Blockchain zu Nutze machen wollen. IBM hatte im Juli einen Vertrag über 5 Jahre und 1 Mrd. AU-Dollar (740 Mio. US-Dollar) mit der australischen Regierung abgeschlossen, der den Einsatz von Blockchain zur Verbesserung der Datensicherheit und Automatisierung aller Behörden vorsieht.

Im August sind Data61 und das Anwaltsbüro Herbert Smith Freehills eine Partnerschaft eingegangen, um eine Blockchain-basierte „Smart Contracts“ Plattform für Unternehmen zu bauen.