Australien: Regierung arbeitet mit IBM und Rechtsexperten an Smart-Contracts-Plattform

IBM, Data61 von der CSIRO und die Anwaltskanzlei Herbert Smith Freehills haben sich zu einem neuen australischen Konsortium zusammengeschlossen, um eine branchenübergreifende Blockchain-basierte Smart-Contracts-Plattform für Unternehmen aufzubauen. Das geht aus einer Pressemitteilung vom 29. August hervor.

Data61 ist ein digitales Innovationszentrum, das Teil der Wissentschafts- und Industrieforschungsorganisation des Commonwealth CSIRO ist - einer Körperschaft der australischen Regierung, die wissenschaftliche Forschung zur Förderung verschiedener lokaler Industrien betreibt.

Die Initiative heißt die Australische Nationale Blockchain (ANB) und wird die technische, wissenschaftliche und rechtliche Expertise der drei Partner bündeln, um eine landesweite, gesetzeskonforme Blockchain-Infrastruktur für die digitale Wirtschaft zu schaffen. In der Pressemitteilung heißt es:

"Die ANB wird es Organisationen ermöglichen, den Lebenszyklus eines Vertrags digital zu verwalten. Nicht nur von der Verhandlung bis zur Unterzeichnung, sondern auch während der Laufzeit des Vertrags. Dabei werden auch Transparenz und ein auf Genehmigungen basierter Zugang zwischen den Parteien im Netz geboten.

Konkret besagt die Mitteilung, dass die Smart Legal Contracts (SLC) der Plattform "Smart-Klauseln" enthalten sollen, die mit externen Datenquellen, wie zum Beispiel Gerätedaten des Internets der Dinge (IoT), interagieren können und sich selbst ausführen, um vorher festgelegte Geschäftsprozesse und Ereignisse auszulösen, sobald eine bestimmte Vertragsbedingung erfüllt ist.

Ein Beispiel ist der Einsatz in der Baubranche, bei dem intelligente Sensoren vor Ort die Zeit und das Datum einer erfolgreich angelieferten Ladung auf der Blockchain erfassen und einen Smart-Contract auslösen können, der die Zahlung im Auftrag des Bauunternehmens automatisch ausführt.

Das Konzept soll zunächst als Pilotprojekt mit der Blockchain-Lösung von IBM getestet werden. Das Konsortium plant außerdem, lokale Regulierungsbehörden, Banken, Anwaltskanzleien und Unternehmen zur Teilnahme an dem Pilotprojekt einzuladen, das noch vor Ende 2018 beginnen soll.

Paul Hutchison von IBM Global Business Services sagte dazu:

"Blockchain wird für Transaktionen das sein, was das Internet für die Kommunikation war - was als Werkzeug für den Informationsaustausch beginnt, wird zu etwas, das transformiert, sobald die es weit verbreitet akzeptiert wird. Die ANB könnte genau dieser Wendepunkt für kommerzielle Blockchains sein und die Innovation und wirtschaftliche Entwicklung in ganz Australien vorantreiben."

Über die ANB hinaus sind in Australien wichtige Initiativen zur Integration von Blockchain sowohl in der Regierung als auch im Finanzsektor im Gange. Im Juli dieses Jahres unterzeichnete IBM einen Fünfjahresdeal über umgerechnet 634 Mio. Euro mit der australischen Regierung, um Blockchain und andere neue Technologien zur Verbesserung der Datensicherheit und Automatisierung in den staatlichen Ministerien, darunter des Verteidigungs- und des Innenministeriums, einzusetzen.

Anfang des Monats haben die Weltbank und die größte Bank des Landes, die Commonwealth Bank von Australien (CBA), erfolgreich eine öffentliche Anleihe unter ausschließlicher Verwendung von Blockchain-Technologie ausgegeben.