BaFin-Chef: Blockchain-Regulierung muss Risiken begrenzen, ohne Chancen zu schmälern

Der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am Dienstag, den 10. April, in seiner Eröffnungsrede der BaFin-Tech 2018-Konferenz eine Regulierung von Kryptowährungen mit Augenmaß angemahnt.

Bei der von der BaFin ausgerichteten Veranstaltung stehen finanztechnologische Innovationen im Mittelpunkt, die mit Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutiert werden. Bei seiner Rede vor Vertretern von FinTechs, Kreditinstituten, Versicherern, Kapitalverwaltern und Soft- und Hardwareentwicklern ging der BaFin-Präsident Felix Hufeld auf die schwierige Aufgabe der Regulierung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen ein.

Wie bei anderen Phänomenen der Digitalisierung auch, bestehe "bei der Blockchain die Kunst darin, die Risiken zu beherrschen, ohne die Chancen zu schmälern", sagte der BaFin-Chef und nannte dabei die Möglichkeit zur Geldwäsche als Beispiel.

"Mit der Blockchain-Technologie kann auf Intermediäre – zumindest technologisch – ganz verzichtet werden. Aber Sie kennen das: Wo Chancen sind, lauern auch Risiken. Zu den Risiken zählt beispielsweise die Pseudonymität, also die Intransparenz der Teilnehmer, bis hin zur völligen Anonymität. Sie macht Krypto-Token neben allen Potenzialen auch zu einem weiteren geeigneten Vehikel für Geldwäsche und betrügerische Vorgänge.

Dass die bei der Rede anwesenden Vertreter aus der Fintech-Branche wissen wollen, wohin bei den Kryptowährungen in Deutschland künftig die Reise gehen wird, macht die hohe Zahl an Teilnehmern deutlich. Dreifach überbucht sei die erst zweite Auflage der Konferenz, so Hufeld.

Um das Thema Kryptowährungen zu vertiefen, fanden auf der eintägigen Veranstaltung zwei Workshops statt. Einer davon widmete sich der Fragestellung, ob die Blockchain tatsächlich fälschungssicher ist, ein anderer nahm das Thema ICOs im internationalen Regulierungskontext ins Visier. Ein Showcase für ein Blockchain-basiertes Tool für transparentes Budget-Management in der Entwicklungszusammenarbeit sowie ein Vortrag und eine Paneldiskussion zu dem Thema sorgten für zusätzlichen Input bei den Teilnehmern.

Da sich die Politik in Deutschland dem Thema Blockchain-Regulierung bislang nicht wirklich angenommen hat, kommt der BaFin diesbezüglich eine wichtige Rolle zu, die geltenden Gesetze auf den boomenden Sektor von Kryptowährungen anzuwenden. Auf einen Anstieg an Rechtsanfragen zu ICOs hat die Behörde im Februar bereits durch eine Präzisierung der Vorschriften für deren Betreiber reagiert.

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