Bain-Studie: Blockchain-Technologie kann Kosten im Transaction-Banking dramatisch senken

Die Blockchain-Technologie wird laut einer von der Managementberatung Bain am 13. Juni veröffentlichten Studie das sogenannte Transaction-Banking revolutionieren.

Transaction-Banking, also die Abwicklung von Massen-Transaktionen in Geschäftsbereichen wie Zahlungsverkehr, Wertpapiergeschäft oder Verwahrungs- und Depotdiensten, zählt laut Bain “bereits seit Längerem weltweit zu den Hoffnungsträgern im krisengeplagten Bankgeschäft.” Die Managementberatung kommt in ihrer Studie zu dem Schluss, dass dieser Geschäftsbereich der Banken durch die Blockchain-Technologie in der Zukunft stark verändern wird.

Mit der Blockchain-Technologie seien laut Bain Kostenersparnisse bei Handelsfinanzierungen um 50 bis 80 Prozent möglich. Dazu kämen Vorteile aus einer deutlichen Bearbeitungsgeschwindigkeit. Bain rechnet drei- oder sogar viermal schnelleren Abwicklung, Rechnungsstellung und Bezahlung, womit diese Einzeltransaktionen künftig nahezu zeitgleich ausführbar würden. Sinkende Preise im Transaction-Banking seien dadurch ebenfalls zu erwarten.

In einem in der zur Studienveröffentlichung begleitenden Pressetext äußert sich Bain-Partner und Bankenexperte Dr. Christian Graf dahingehend, dass Banken vor einem ähnlichen Umbruch stünden wie die Telekommunikationsbranche in der letzten Dekade. Er geht davon aus, dass  "Kleinteilige, rein transaktionsgetriebene Gebührenstrukturen” in der Zukunft “durch Flat Fees für die Bereitstellung umfassender Lösungen” ersetzt werden. Banken, die sich beim Einsatz von Blockchain-Technologie jetzt frühzeitig aufstellten, könnten sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil sichern.

Die Bain-Studie gibt einen Vorgeschmack dessen, wie der Bankensektor durch Krypto-Technologie durcheinandergewirbelt werden könnte. Traditionelle Banken-Sektor tun sich bislang schwer, die neue Technologie mit ihrem klassischen Geschäft sinnvoll zu verschmelzen.

Im deutschsprachigen Raum gibt aber bereits erste Institute, die sich intensiv mit dem Thema auseinandersetzen, und auch Kooperationen zwischen Krypto-Startups und Kreditinstituten. Im Mai wurde etwa bekannt, dass das auf sichere Zahlungen spezialisierte Blockchain-Startup TokenPay 9,9 Prozent der Anteile der deutschen WEG Bank AG erworben hat. Transaction-Banking mit Blockchain-Technologie dürfte bei der WEG-Bank künftig eine Rolle spielen. Andere Banken, die sich bereits Krypto-freundlich gezeigt haben, könnten folgen.

In Liechtenstein arbeitet die Bank Frick bereits länger intensiv mit Fintech-Kunden zusammen und auch die Schweizer Hypothekarbank Lenzburg hat zumindest begonnen, Blockchain- und Krypto-Unternehmen als Kunden aufzunehmen.