Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt vor Bitcoin-Blase

Der Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), Agustin Carstens, hat am Dienstag in Frankfurt vor Risiken mit Kryptowährungen gewarnt und die Zentralbanken aufgerufen, auf ein Eingreifen im Notfall vorbereitet zu sein. Die in der Schweiz beheimatete BIZ agiert als Dachorganisation für hunderte Zentralbanken weltweit, was den Worten ihres Direktors ein besonderes Gewicht verleiht. "Was vielleicht ursprünglich als alternatives Zahlungssystem ohne staatliche Beteiligung gedacht war, ist inzwischen zu einer Mischung aus Finanzblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe geworden", wird Carstens von Reuters zitiert.

Der BIZ-Chef forderte Zentralbanken und Finanzbehörden dazu auf, vor allem die Verknüpfungen von Kryptowährungen und realen Währungen unter die Lupe zu nehmen. Institutionell sind damit hauptsächlich die zahlreichen Handelsplattformen gemeint, welche Kryptowährungen wie Bitcoin in traditionelle Währungen umtauschen. Cyberdevisen dürften "nicht zu Parasiten" der Infrastruktur des Finanzsystems werden, so Carstens. Die Zentralbanken müssten deshalb darauf vorbereitet sein, im Notfall einzugreifen. Nur Börsen und Produkte, die übliche Finanzstandards erfüllten, sollten im Bank- und Zahlungsverkehr zugelassen werden.

Verbote und Regulierung nehmen zu

Angesichts des aktuellen Crashs bei Bitcoin und Co. macht sich im internationalen Finanzsektor die Sorge vor Instabilitäten breit, sollte der Einfluss der unkontrollierten Kryptowährungen weiter zunehmen. So hatte erst vor einigen Tagen Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele vor den wirtschaftlichen Risiken und ökologischen Folgen von Bitcoin gewarnt. Und China hat sich kurzerhand zu einem Verbot internationaler Kryptobörsen entschieden, die künftig über die den kompletten Internetverkehr kontrollierende chinesische Firewall blockiert werden sollen. Bereits im Januar hatte Peking hart durchgegriffen und Handelsplattformen sowie außerbörsliche Ressourcen verboten. Damit wurde das umfassende Embargo ergänzt, das seit September 2017 für den Krypto-in-Fiat-Handel und ICOs in Kraft ist.

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