Mehrere Großbanken und Finanzinstitute in den Vereinigten Staaten drängen die US-Börsenaufsicht (SEC), ihre Definition von Krypto-Vermögenswerten anzupassen, was es ihnen ermöglichen würde, eine größere Rolle in der Krypto-Ökonomie zu spielen, beispielsweise als Verwahrer für die kürzlich genehmigten börsengehandelten Bitcoin-Indexfonds (ETFs).

Am 14. Februar hat eine Koalition aus Lobbygruppen der Finanzbranche, die sich aus dem Bank Policy Institute, der American Bankers Association, dem Financial Services Forum und der Securities Industry and Financial Markets Association zusammensetzt, in einem Brief an den SEC-Chef Gary Gensler ihren Standpunkt dargelegt.

Die Gruppe wies darin auf die jüngste Zulassung der besagten Bitcoin-ETFs in den USA hin und stellte fest, dass amerikanische Banken bei den zugelassenen Produkten als Vermögensverwahrer außenvor sind.

„Die Aufsicht hat vor kurzem 11 Bitcoin-Spot-ETFs genehmigt, die Anlegern den Zugang zu dieser Anlageklasse über ein reguliertes Produkt ermöglichen. Bei diesen zugelassenen Produkten fehlen jedoch Bankinstitute, die als Verwahrer der Vermögenswerte fungieren, eine Rolle, die sie bei den meisten anderen ETFs regelmäßig spielen.“

In dem Schreiben wird die SEC deshalb aufgefordert, Änderungen am Staff Accounting Bulletin 121 (SAB 121) zu erwägen, das im März 2022 herausgegeben wurde und Leitlinien für die Bilanzierung von Krypto-Wertanlagen enthält.

In diesem Zusammenhang heißt es weiter, dass seit der Herausgabe der Leitlinien zwei Jahre vergangen sind und dass es in dieser Zeit „mehrere relevante Entwicklungen“ gegeben hat, einschließlich der Genehmigung der Bitcoin-Spot-ETFs.

Die aktuellen Leitlinien verlangen von den Banken allerdings, dass sie beim Erbringen von Krypto-Verwahrungsdienstleistungen auch entsprechende Krypto-Vermögenswerte in ihrer Bilanz halten, was kostspielig ist und ihre Fähigkeit erschwert, derartige Services in großem Umfang anzubieten.

Auszug aus dem Brief der Lobbygruppen an die SEC. Quelle: American Bankers Association

Die Gruppe hat die SEC darum nun aufgefordert, die Definition von Krypto-Vermögenswerten in der SAB 121 einzuschränken, um traditionelle Vermögenswerte, die in der Blockchain aufgezeichnet werden, auszuschließen. Dies würde immerhin verhindern, dass Vermögenswerte wie tokenisierte Einlagen unter die strengen Krypto-Richtlinien fallen.

Sie fordern außerdem, Banken von den Bilanzierungsanforderungen zu befreien, aber die Offenlegungsanforderungen beizubehalten, so dass sie sich an bestimmten Krypt-Marktaktivitäten beteiligen können, während sie den Anlegern weiterhin Transparenz bieten.

In einem Beitrag auf X kommentierte Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, dass der Brief darauf hindeutet, dass Bitcoin-ETFs den „Ton in Bezug auf die Krypto-Regulierung in Washington verändert haben“, während andere meinen, dass es ein klares Zeichen dafür ist, dass Banken großes Interesse signalisieren, sich der „digitalen Welle“ anzuschließen.

„US-Banken, die keine Schlüsselrolle bei Bitcoin-ETFs spielen, drängen die SEC, die Richtlinien für das Halten digitaler Vermögenswerte zu überarbeiten“, fasst Eric Balchunas, ETF-Analyst bei Bloomberg, zusammen.

Der Autor des wöchentlichen Bitcoin-Newsletters, TheBitcoin Therapist, schloss sich dieser Einschätzung an:

„Die Banker werden sauer, dass sie keine Bitcoin-ETFs für ihre Kunden halten können. Die Q1 FOMO (Torschlusspanik) treibt sie bereits in den Wahnsinn.“

Melde dich bei unseren Sozialen Medien an, um nichts zu verpassen: X, YouTube, Instagram und Telegram – aktuelle Nachrichten, Analysen, Expertenmeinungen und Interviews mit Fokus auf die DACH-Region.