Bitcoin könnte durch die jüngste Schwächephase nachhaltig geschädigt sein, wie Rob Sluymer, ein technischer Analyst der Investmentberatung Fundstrat Global Advisors meint.

Laut einem Bloomberg Bericht vom 20. März ist Sluymer der Überzeugung, dass die Kursentwicklung der letzten Wochen beträchtlichen Schaden angerichtet hat:

„Der heftige Abschwung der letzten Wochen spiegelt die Panik in allen anderen Anlageklassen wider, ganz egal ob sie vermeintlich sicher sind (Anleihen und Gold) oder nicht (Aktien). […] Bitcoin verzeichnet momentan niedrige Hochs und niedrigere Tiefs, was die langfristige Kursentwicklung deutlich geschädigt hat.“

Allerdings relativiert Sluymer seine Befürchtung ein wenig, indem er darauf hinweist, dass sich Bitcoin nichtsdestotrotz über dem Gleitenden Mittel der letzten 200 Wochen (200-Wochen-MA) halten konnte. Diesen Indikator sieht er für die meisten Vermögenswerte als wichtigen Fingerzeig für deren langfristige Entwicklung an, weshalb er betont, dass er und seine Kollegen Bitcoin weiterhin optimistisch sehen:  

„Momentan sind wir weiterhin im Zweifel für den Angeklagten, weshalb wir davon ausgehen, dass Bitcoin eine Bodenbildung durchläuft, aber es wird wahrscheinlich mehrere Monate der Erholung brauchen, um den angerichteten Schaden in der langfristigen Kursentwicklung zu beheben.“

Verkaufsdruck lässt nach

Inzwischen geht es für Bitcoin allerdings schon wieder nach oben, denn wie Vijay Ayyar, der Leiter für Business Development bei der Kryptobörse Luno, erklärt, hat der Verkaufsdruck auf Bitcoin im Bereich um die 5.000 US-Dollar Marke nachgelassen, da das Kaufinteresse hier wieder verstärkt aufgekeimt ist:

„Diese Kurse lagen für viele Miner vermutlich unterhalb der Betriebskosten, weshalb wir folglich ein Abfallen der Hashrate gesehen haben, da einige Miner bereits den Betrieb einstellen. Zudem ist es für Miner lukrativer, bei diesen Kursen einfach selbst zu kaufen.“

Im Vorfeld auf das Bitcoin-Halving, das als Katalysator für den Kurs gesehen wird und bereits weniger als zwei Monate entfernt liegt, erwartet Ayyar, dass sich die Kryptowährung zurück bis auf 6.500 US-Dollar heben kann, ehe sie sich zwischen 3.000 – 6.000 US-Dollar einpendelt:

„Dies ist eine klassische Redistribution und wäre sehr gesund für die zukünftige Entwicklung von Bitcoin, wenn wir bald wieder einen Aufwärtstrend haben.“

Bei Redaktionsschluss liegt der Bitcoin-Kurs schon wieder oberhalb der 6.500 US-Dollar Marke, da in den letzten 24 Stunden ein sattes Plus von über 20 % zu Buche steht.

Wird die Krise für Bitcoin zum Vorteil?

Obwohl der durch das Coronavirus ausgelöste Absturz das Vertrauen in Bitcoin erschüttert hat, zeigt der jüngste Aufschwung, dass der Optimismus langsam wieder zurückkehrt. So meint Raoul Pal, der Geschäftsführer und Gründer von Global Macro Investor, dass Bitcoin vermutlich sogar zum Nutznießer der Krise werden könnte, da der Vertrauensverlust in das Finanzsystem womöglich noch massiver ist und der Kryptowährung in die Karten spielt.

Wie Cointelegraph heute berichtet hatte, macht die italienische Banca Sella die Not zur Tugend und eröffnet den Bitcoin-Handel auf ihrer firmeneigenen Finanzplattform Hype.

Melde dich bei unseren Sozialen Medien an, um nichts zu verpassen: X, YouTube, Instagram und Telegram – aktuelle Nachrichten, Analysen, Expertenmeinungen und Interviews mit Fokus auf die DACH-Region.