Bitpoint Taiwan verklagt Muttergesellschaft nach Hackerangriff im Juli

Die in Taiwan ansässige Tochtergesellschaft der gehackten Krypto-Börse Bitpoint Japan wird eine Schadenersatzklage in Höhe von 9,4 Millionen US-Dollar wegen überhöhten Rechnunngen gegen die Muttergesellschaft einreichen. 

Fehlerhafte Buchungen

Bitpoint Taiwan hat Berichten zufolge festgestellt, dass von lokalen Kunden gesammelte Gelder im Umfang von 500 Millionen Yen (4,7 Millionen Dollar) aufgrund von Überabrechnungen durch die Muttergesellschaft Bitpoint Japan fehlen. Dies berichtete die englischsprachige Publikation The Mainichi am 22. August.

The Mainichi berichtete unter Berufung auf eine vorbereitete Klage, die taiwanesische Tochtergesellschaft habe den Engpass bei der Überprüfung vergangener Rechnungen von Bitpoint Japan nach einem großen Hack des Unternehmens im Juli 2019 entdeckt. Dem neuen Bericht zufolge verlor Bitpoint Japan 3,02 Milliarden Yen (28 Millionen Dollar) plus weitere 250 Millionen Yen (2,3 Millionen Dollar) an ausländischen Börsen, die ihr Handelssystem nutzen, einschließlich Bitpoint Taiwan.

Bitpoint Taiwan überträgt Gelder, die von seinen lokalen Kunden gesammelt wurden, an Bitpoint Japan auf der Grundlage von Rechnungen der Muttergesellschaft, heißt es im Bericht.

In der Klageschrift schreibt Bitpoint Taiwan dazu:

"Es ist klar, dass (Bitpoint Japan) uns die Rechnung aufgrund falscher Zahlen gestellt hat."

Eskalation im Unternehmensverbund

Hirotaro Kato, ein Anwalt von Bitpoint Taiwan, behauptete, die Börse bezwecke mit der Einleitung der Klage den Schutz der Gelder lokaler Kunden und äußerte die Sorge, dass der Fall zu einem internationalen Problem werden könnte.

Daher werde die taiwanesische Kryptobörse Klage vor dem Bezirksgericht Tokio einreichen, um einen Gesamtschaden, einschließlich eines Verlustes infolge des Hacks, geltend zu machen.

Bitpoint Japan selbst ist die Klage laut dem Bericht nicht bekannt. Der Konzern erklärte, dass Vertreter beider Unternehmen über die Angelegenheit aktuell verhandeln.

Am 12. Juli hatte Bitpoint Japan offiziell die Aussetzung aller Dienste bekannt gegeben, nachdem durch einen Hack Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) und XRP im Umfang von 32 Millionen US-Dollar verloren gegangen waren. Laut The Mainichi machten die von Kunden in Japan gestohlenen Gelder 13% der gesamten digitalen Währung auf Bitpoint aus und betrafen fast 50.000 - oder 50% aller Kunden. Berichten zufolge hat die Börse einen Teil ihrer Dienste Anfang August wieder aufgenommen.