Risikomonitor der Schweizer FINMA: „Blockchain erhöht Geldwäscherisiken“

Die Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA warnt in einem neuen Bericht, dass die Schweiz besonders anfällig für Geldwäsche ist, wobei die Blockchan-Technologie dahingehend als einer der Risikofaktoren benannt wird.

Im neuen Risikomonitor, der von der FINMA am 10. Dezember zum ersten Mal veröffentlicht wurde und zukünftig jedes Jahr erscheinen soll, warnt die Aufsichtsbehörde, dass Kryptowährungen das Risiko der Geldwäsche in der Schweiz zusätzlich erhöhen. So heißt es im neuen Bericht:

„Zu ‚traditionellen‘ Geldwäscherisiken kom­men neue Risiken im Bereich der Blockchain-Techno­logie und jener digitalen Vermögenswerte hinzu, die auf ein steigendes Interesse bei den Kunden stoßen.“

Geldwäsche ist schlecht für Krypto-Massentauglichkeit

Die FINMA versteht zwar, dass die Blockchain-Technologie für die Finanzbranche etwaige Effizienzsteigerungen ermöglichen kann, allerdings mahnt sie, dass die Technologie gleichzeitig auch das Risiko für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung steigert. Vor allen Dingen die Anonymität der Blockchain sowie deren Transaktionsgeschwindigkeit und globale Natur würden sie zu einem attraktiven Mittel für kriminelle Personen machen.

Auch die Blockchain selbst würde durch Verbrechen wie Geldwäsche Schaden nehmen, da dies die Annahme der Technologie in der Schweiz maßgeblich verzögern könnte:

„Missstände bei im Fintech-Bereich tätigen Finanzinstituten könnten die Reputation des Finanz­platzes stark beeinträchtigen und die Entwicklungen im Zuge der Digitalisierung bremsen.“

Allerdings sieht die FINMA auch andere Faktoren für das steigende Geldwäscherisiko der Schweiz verantwortlich. Dies würde zum Beispiel einerseits dadurch begünstigt, dass die Alpenrepublik als zentrale Anlaufstelle für die Einlagerung von Privatvermögen dient (Stichwort: Schweizer Bankgeheimnis) und andererseits könnte sinkende Rentabilität dafür sorgen, dass sich viele Banken dazu genötigt sehen, auch Kunden aus risikobehafteten Branchen anzunehmen.

So oder so, Bedenken hinsichtlich Geldwäsche sind eine der größten Hürden für die Blockchain-Technologie auf dem Weg zur Massentauglichkeit. Wie Cointelegraph jüngst berichtet hatte, lehnen Europarat und Europäische Kommission strikt eine Einführung von globalen Stablecoins wie Facebook Libra ab, ehe die damit einhergehenden Risiken bezüglich Geldwäsche und Steuerhinterziehung nicht adäquat adressiert werden.

Um sich an die immer strenger werdenden Bestimmungen zur Bekämpfung von Geldwäsche halten zu können, entscheiden sich derweil immer mehr Kryptobörsen dazu, Kryptowährungen, die auf Anonymität und Datenschutz spezialisiert sind, aus ihren Notierungen zu nehmen. So hat die Kryptobörse BitBay Ende November zum Beispiel die Kryptowährung Monero (XMR) von ihrer Plattform genommen. Die Kryptobörse OKEx hatte im September bereits einen ähnlichen Schritt unternommen.