Anwälte ziehen Verkauf der QuadrigaCX in Erwägung

Ein vom Gericht bestellter Rechtsanwalt soll nun den Laptop von Gerald Cotten, dem kürzlich verstorbenen Geschäftsführer der kanadischen Kryptobörse QuadrigaCX, in seine Obhut nehmen, wie der Fernsehsender CBC am 5. Februar berichtet.

Laut CBC könnten sich auf dem Laptop die Zugangsdaten zu Krypto-Vermögenswerten in Höhe von 190 Mio. US-Dollar befinden, die von der Börse für deren Kunden verwahrt sind. Auf Anordnung des Gerichtes wird der Laptop deshalb an einen unabhängigen Rechtsanwalt weitergegeben, der als Obmann fungieren soll. Jack Julian, der CBC Reporter, der bei der Anhörung vom 5. Februar zugegen war, berichtet, dass sich das Gerät zuvor im Besitz der QuadrigaCX Anwälte befand.   

Da die betreffenden Krypto-Vermögenswerte wohl noch in einer sogenannten Cold-Wallet gespeichert sind, geht das Gericht davon aus, dass es sich im Fall QuadrigaCX nicht um ein normales Insolvenzverfahren handelt. Die geschädigten Kunden könnten dementsprechend versuchen, ein anderes Gericht anzurufen, wie der mit dem Fall beauftragte Insolvenzverwalter meint.

Der CBC Reporter meldet außerdem, dass die QuadrigaCX um 30-tägige Aussetzung des Verfahrens gebeten hat, gültig bis zum 7. März, um in dieser Zeit nach den Zugangsdaten für die 190 Mio. US-Dollar an Vermögenswerten zu suchen. Der Zugriff auf diese war mit dem Tod von Cotten verloren gegangen. Sollten die Zugangsdaten nicht gefunden werden, ziehen die Anwälte der QuadrigaCX in Erwägung, das Unternehmen gänzlich zu verkaufen, um die geschädigten Kunden zu befriedigen.

Seit Geschäftsführer Gerald Cotton im Dezember 2018 plötzlich verstorben war, ist die Kryptobörse in große finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Einige Stimmen haben den Tod Cottens zuletzt sogar in Zweifel gezogen, allerdings hat Coinbase vor kurzem eine Todesbescheinigung veröffentlicht, die von einer indischen Behörde stammt, Cotten war auf einer Reise durch Indien verstorben. Auf dem Zertifikat ist der 9. Dezember als Todestag angegeben, als Witwe wird darauf die Ehefrau Jennifer Robertson genannt.

Laut einer eidesstattlichen Erklärung von Cottens Ehefrau, hat die Kryptobörse keinen Zugriff auf die entsprechenden Wallets, außerdem habe der Geschäftsführer keinerlei Hinweise auf die dazugehörigen Passwörter hinterlassen. Es wird vermutet, dass ca. 115.000 Kunden betroffen sind, die zusammen vermeintlich 190 Mio. US-Dollar an Vermögenswerten verloren haben.