Britische Kryptobörse CEX.IO führt verpflichtende Identitätsangabe ein

Die britische Kryptowährungsbörse CEX.IO verlangt von ihren Benutzern nun, ihre Identität offen zu legen. Das geht aus einem Blogbeitrag des Unternehmens vom Dienstag, 11. Dezember, hervor.

Die neue Richtlinie wurde im November angekündigt und ist am 11. Dezember in Kraft getreten. Von nun an müssen neue und bisher nicht registrierte Benutzer ihre Identität nachweisen. Darüber hinaus können diese auch ihre Privatadresse angeben, um die gesamte Bandbreite des CEX.IO-Angebotes nutzen zu können. Kunden können die obligatorische Registrierung nur zweimal überspringen und müssen dann wählen, ob sie den Verifizierungsprozess durchführen oder ihr Geld auszahlen lassen möchten.

CEX.IO hatte zuvor auch bereits eine Identitätsprüfungsrichtlinie (KYC), aber die Verifizierung war nicht obligatorisch. Laut einem Blogbeitrag vom Juni 2015 sollen Kunden ihre Identität nachweisen können, um zusätzliche Funktionen freizuschalten, wie etwa die Erweiterung ihrer Kartenzahlungslimits auf bis zu 30.000 US-Dollar (26.400 Euro), die Verwendung von Banküberweisungen und die Auszahlung von bis zu 10.000 US-Dollar (8.800 Euro) täglich und 100.000 US-Dollar (88.000 Euro) monatlich.

CEX wurde 2013 gegründet und ist eine Kryptowährungs-Handelsplattform in London, die ursprünglich als Cloud-Mining-Anbieter begann. Derzeit unterstützt die Börse acht große digitale Währungen und vier große Fiatwährungen. Das bereinigte tägliche Handelsvolumen liegt laut CoinMarketCap bei rund 4,9 Millionen US-Dollar (4,3 Mio. Euro).

Während die Brexit-Situation - der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäische Union - weiterhin unklar ist, betreibt CEX.IO internationalen Handel mit Kunden und will die einschlägigen internationalen Vorschriften einhalten. Darunter auch die Fünfte Anti-Geldwäscherichtlinie (AML) der EU. Die Richtlinie ist im Juli 2018 in Kraft getreten und die EU-Mitgliedstaaten haben bis zum 10. Januar 2020 Zeit, sie in ihr jeweiliges nationales Recht zu aufzunehmen.

CEX.IO ist auch ein registriertes Mitglied des Netzwerks zur Verfolgung von Finanzkriminalität (FinCen) des US-Finanzministeriums und muss bei seinem Betrieb weiterhin US-Gesetze einhalten. Serhii Mokhniev, der Berater für Regulierungsangelegenheiten soll die Entscheidung des Unternehmens so kommentiert haben:

"Wir haben es immer schon für wichtig gehalten, dass virtuelle Währung innerhalb eines rechtlichen Rahmens reguliert sein muss. Daher wurde die obligatorische Überprüfung für Kunden, die in Fiat handeln, lange vor der Verabschiedung der Fünften Anti-Geldwäscherichtlinie in der EU eingeführt."

Im Dezember 2017 haben Großbritannien und die EU gemeinsam bekannt gegeben, dass  planen, gegen Krypto-Geldwäsche und -Steuer Hinterziehung hart durchzugreifen. Die verschärften Vorschriften, die den Richtlinien der EU entsprechen, sollen die Anonymität unter Kryptowährungshändlern einschränken. Im Oktober sagte der Wirtschaftsfinanzminister Stephen Barclay:

"Die britische Regierung verhandelt derzeit über Änderungen der Richtlinie zur Bekämpfung von Geldwäsche, die virtuelle Börsenplattformen und Wallet-Depotanbieter in die Regulierungen zu Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung einbeziehen. Das wird dazu führen, dass die Aktivitäten dieser Unternehmen von den zuständigen nationalen Behörden für diese Bereiche beaufsichtigt werden".