Bundesbank-Präsident Weidmann: Bitcoin erfordert kein Verbot aber globale Regulierung

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich im Rahmen eines Symposiums der Bundesbank in Frankfurt kritisch zu Bitcoin geäußert. Die Kryptowährung sei sowohl aus ökonomischer Sicht, als auch was die ökologischen Folgen beträfe, ineffizient. Dies rechtfertige allerdings alleine noch kein Verbot, so der Bundesbank-Chef.

Einer rein nationalen und sogar einer nur auf Europa beschränkten Regulierung der Kryptowährung erteilte Weidmann ebenfalls eine Absage und setzte sich stattdessen für eine globale Regulierung ein. Angesichts der Tatsache, dass solche Geschäfte global angeboten werden, ist klar, dass eine nationale oder europäische Regulierung nur begrenzt wirksam sein kann, sagte Weidmann laut Redetext.

Wichtiger als Verbote und Kontrollversuche von Bitcoin sei zunächst, bestehende Geldwäschevorschriften durchzusetzen. Es müsse verhindert werden, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen, die auf Online-Handelsplätzen tauschbar seien, als Mittel zur Terrorfinanzierung eingesetzt werden. Wie bereits zuvor das EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch empfahl auch Weidmann, das Thema Kryptowährungen auf die G20-Agenda zu setzen.

Auf die Frage, ob Kryptowährungen eine Gefahr für das Finanzsystem darstellten, ging der Bundesbank-Chef ebenfalls ein.

"Anlass zu regulatorischen Eingriffen könnten auch potenzielle Finanzstabilitätsrisiken bieten, weshalb wir die Verwendung von Krypto-Token im Finanzsektor im Blick haben müssen. Derzeit sind die Risiken noch begrenzt. Das könnte sich jedoch ändern, wenn Banken in verstärktem Maße in Krypto-Token investieren, Anlegern leichtfertig Geld zur Spekulation mit digitalen Token bereitstellen oder Krypto-Börsen Liquiditätslinien einräumen würden. Deswegen müssten Banken entsprechende Risiken mit hinreichend Eigenkapital unterlegen. Angesichts des hohen Risikogehalts wären das sicher beträchtliche Kapitalanforderungen."

Bitcoin stelle aktuell in keinster Weise eine Alternative zu Zentralbankgeld dar, so der Bundesbank-Chef. Eine generelle Verwendung von Bitcoin als Zahlungsmittel würde aufgrund seiner hohen Wertvolatilität stark eingeschränkt, erklärte Weidmann.

"Ein Zahlungsmittel, das stark im Wert steigt, möchte niemand hergeben, ein Zahlungsmittel, das stark im Wert verliert, möchte niemand annehmen. Bitcoin ist aus ökonomischer und ökologischer Sicht ineffizient.

Der Grund für die hohe Volatilität des Bitcoin-Kurses ist die fehlende Wertbasis – Krypto-Token haben keinen intrinsischen Wert, wie ihn zum Beispiel eine Goldmünze hat. Es gibt auch keinen Emittenten, der mit seinem Vermögen dafür haftet, dass eine Bankeinlage auf Anforderung des Kunden in bar ausgezahlt wird, oder der mit seiner gesamten Reputation dafür einsteht, dass der Wert des Geldes stabil bleibt, so wie das bei Banknoten der Fall ist. Kurzum: Krypto-Token sind also eher Spekulationsobjekte. Wer sie kauft, riskiert Verluste, möglicherweise sogar den Totalverlust."