Die kanadische Regierung hat einen offiziellen Entwurf mit neuen Regulierungen zu Kryptobörsen und Zahlungsabwicklungsdienstleistern veröffentlicht, wie die Canada Gazette am 9. Juni berichtet.
Laut dem Entwurf soll mit den neuen Regulierungen eine "Reihe von Mängeln" behoben werden, die die Task Force für Finanzhandlungen (FATF) nach ihrer Evaluierung in den Jahren 2015 bis 2016 skizziert hat. Diese sind die Stärkung des kanadischen Anti-Geldwäsche- und Anti-Terrorfinanzierungsregimes (AML/ATF).
Die neuen Regulierungen werden Kryptobörsen und Zahlungsabwicklungsdienstleister wie Gelddienstleistungsunternehmen (MSB) behandeln, die große Transaktionen über 10.000 kanadische Dollar (6.526 Euro) melden müssen. Außerdem gibt es dann eine neue Know Your Customer (KYC)-Schwelle bei Transaktionen von 1000 CAD (652 Euro).
Der Entwurf enthält auch eine Kosten-Nutzen-Analyse, aus der hervorgeht, dass die Regulierungen in den nächsten 10 Jahren rund 61 Mio. CAD (39 Mio. Euro) kosten würden.
Francis Pouliot, Mitbegründer der in Montreal ansässigen Blockchain-Beratungsfirma Catallaxy, twitterte seine Antwort auf den Entwurf:
"Neue Anforderung: "Großtransaktionsaufzeichnung bei digitalen Währungen" bedeutet, dass Unternehmen Details zu jeder Transaktion über 10.000 CAD abfragen und aufbewahren müssen, wie zum Beispiel Berichte über Transaktionen mit großen Bargeldbeträgen. Das wird extrem schwierig und invasiv zu implementieren sein. Ich werde dagegen Einspruch erheben."
Die FATF ist eine zwischenstaatliche Organisation, die Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche entwickelt. Diese Maßnahmen sind nicht rechtsverbindlich, aber dem Entwurf zufolge ist Kanada der Ansicht, dass die Umsetzung dieser Regulierungen einen positiven Einfluss auf das internationale Ansehen des Landes haben wird.
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