EZB studiert weitere Nutzungsmöglichkeiten für Blockchain im Wertpapierhandel

Die Europäische Zentralbank (EZB) befürwortete Blockchains Potential zur Wertpapierabwicklung diese Woche erneut und zwar in einer neue Recherche in Kooperation mit der Bank of Japan (BoJ), deren Ergebnisse am Dienstag, den 27. März veröffentlicht wurden.

In einer zweiten Zusammenfassung der Ergebnisse des "Projekts Stella", die im Zuge der Partnerschaft mit der BoJ zusammengestellt wurde, beleuchtet die EZB, wie sogenannte Distributed-Ledger-Technologien (DLT) für diverse Wertpapiergeschäfte genutzt werden können.

Stellas erste Zusammenschrift wurde im September des letzten Jahres veröffentlicht, wobei die Forscher angesichts des damals noch sehr jungen Entwicklungsstadiums vorsichtig gegenüber DLT und den assoziierten Risiken waren.

Da die technische Expertise im Bereich Blockchain rasant voranschreitet, scheint die EZB inzwischen allerdings optimistischer eingestellt, speziell für die Nutzung von DLT für eine ganz bestimmte Art des Wertpapiergeschäfts, die als 'Zug um Zug gegen Zahlung' (zu Englisch: 'delivery versus payment') (DvP) bezeichnet wird.

Dies, so erklärt die Zusammenfassung, beschreibt einen Prozess, wobei das Operationssystem "zwei Vermögenswerte so verbindet, dass sichergestellt wird, dass der Transfer des einen Vermögenswert nur dann stattfindet, wenn der andere Vermögenswert ebenfalls übertragen wird."

In dem Report sagen EZB und Boj:

""DvP könnte konzeptionell und technisch in einer DLT-Umgebung entwickelt werden, in der sich Bargeld und Wertpapiere auf demselben Ledger (Single-Ledger DvP) oder auf separaten Ledgern (Cross-Ledger DvP) befinden."

Das "Cross-Ledger-Szenario" bezieht sich auf etwas, das allgemein als "cross-chain atomare Swaps" bezeichnet wird; die Wertübertragung zwischen zwei getrennten Blockchains, was ein Hauptziel des Lightning Networks für Kryptowährungen wie Bitcoin und Litecoin ist.

Das Update findet statt, während Regierungskörper der EU ihre Aufmerksamkeit auf Blockchain und dessen diversen Zwecke innerhalb des Handelsblocks richten. Im Februar entstand auf Geheiß der Europäischen Kommission ein speziell gewidmetes Blockchain-Observatorium, welches Regulatoren, Unternehmen und Innovatoren zusammenbringen soll.