Coinbase schließt Büro in Chicago, fährt Hochfrequenzhandel zurück

Die große amerikanische Kryptobörse Coinbase hat ihr Büro in Chicago geschlossen und gleichsam die Entwicklung an ihrem Matching-Algorithmus für Hochfrequenzhandel zurückgefahren, wie Fortune am 23. April berichtet.

Laut Bericht arbeitete die Kryptobörse in Chicago an einem Algorithmus für den sogenannten Hochfrequenzhandel. Die Entwicklung der dazugehörigen Engine wird durch die Schließung zurückgefahren und nach San Francisco ausgelagert. Im Zuge dessen wurden 30 Mitarbeiter entlassen, wobei die restliche Belegschaft entweder in das andere Büro umzieht oder in Heimarbeit geht.

Wie die Lokalzeitung Chicago Inno schreibt, hatte Coinbase bei der damaligen Eröffnung des Büros in Chicago geplant, innerhalb von drei Jahren 100 zusätzliche Mitarbeiter einzustellen, größtenteils sollte es sich dabei um Programmierer handeln.  

Paul Bauerschmidt und Derek Groothius waren für die Geschäftsführung der Filiale zuständig, beide Männer wurden nun ebenfalls entlassen. Bauerschmidt war zuvor in leitender Funktion bei der Handelsplattform ErisX tätig und war außerdem Leitender Direktor bei der CME Group. Groothius war seines Zeichens Leitender Entwickler bei DRW.

Ein Sprecher erklärt gegenüber Fortune, dass die Schließung des Chicagoer Büros zwar ein Rückschlag sei, allerdings plane man, in anderen Büros weiterhin neue Mitarbeiter einzustellen. Als Grund für die Schließung gibt der Sprecher an, dass der Hochfrequenzhandel keine übergeordnete Priorität mehr habe, weshalb sich das Unternehmen verstärkt auf andere Dienstleistungen konzentrieren will.

The Block berichtet, dass die entsprechende Entscheidung wohl in der obersten Führungsetage getroffen wurde, weshalb nicht klar ist, ob die Entlassungen für die betroffenen Mitarbeiter abzusehen waren. Das Büro soll schätzungsweise Personalkosten in Höhe von 6 Mio. US-Dollar verursacht haben, weitere Kosten nicht miteinbezogen.

Wie Cointelegraph vergangene Woche berichtet hatte, hat Coinbase im letzten Jahr 520 Mio. US-Dollar Umsatz gemacht. Der Umsatz ist damit um 60% geringer als vorherige Prognosen vorausgesagt hatten. Die jetzigen Entlassungen könnten Beleg für den dadurch verursachten Schaden sein.

Die Kryptobörse Binance hat hingegen nicht unter dem Crash der Kryptomärkte gelitten und konnte stattdessen einen 66%igen Umsatzzuwachs von 78 Mio. US-Dollar für das Q1 2019 einfahren.