Coinbase: Hot-Wallet-Versicherung über 227 Mio. Euro bei Lloyd’s-of-London-Broker

Die große amerikanische Kryptowährungsbörse Coinbase hat Details über den Versicherungsumfang für ihre Hot-Wallet Krypto-Bestände bekannt gegeben. Die Versicherungssumme soll bei maximal 255 Mio. US-Dollar (227 Mio. Euro) liegen und wurde über einen bei Lloyd's of London registrierten Broker abgewickelt. Diese Details wurden in einem offiziellen Blogbeitrag des Leiters für Informationssicherheit (CISO) bei Coinbase Philip Martin am 2. April veröffentlicht.

Laut Martin habe Coinbase seit Mitte November 2013 eine Versicherung für seine Hot-Wallet-Krypto-Bestände abgeschlossen, insbesondere um sich gegen Diebstahl durch Hackangriffe zu schützen, was im Krypto-Raum als höchstes Risiko gilt. In Martins Beitrag werden einige Informationen zu der Versicherung für Coinbase offengelegt:

"Eine Hot-Wallet-Versicherung mit einem Limit von 255 Mio. US-Dollar abgeschlossen, die über einen bei Lloyd's registrierten Broker namens Aon abgewickelt und von einer globalen Gruppe von US-amerikanischen und britischen Versicherungsgesellschaften beigesteuert werden, darunter sind auch bestimmte Syndikate von Lloyd's of London." 

Lloyd's of London selbst, so Martin, sei kein Versicherungsunternehmen, sondern fungiere als eigener, zum Teil vergesellschafteter Versicherungsmarktplatz, auf dem mehrere in Syndikaten zusammengeschlossene Versicherer zusammenkommen, um Risiken zu bündeln und zu streuen.

Die beiden Hauptversicherungszweige, die sich mit Krypto-Versicherungen befassen, so Martin weiter, sind die Marktplätze im Zusammenhang mit Vertrauensschaden und Valoren. Der erste Marktplatz konzentriert sich auf Verluste, die möglicherweise durch Hackangriffe, Insider-Diebstahl, betrügerische Krypto- und Fiat-Transfers usw. verursacht werden. Eine Valorenversicherung konzentriert sich auf physische Schäden oder den Verlust privater Schlüssel (auch durch Mitarbeiter).

Martin liefert eine Analogie, um die Unterscheidung zwischen diesen beiden Klassen zu erklären. Er erklärte, dass die Vertrauensschadenversicherung im Zusammenhang mit Kriminalität zwar den "Transportwert" absichert, die Valorenversicherung aber den "Wert im Ruhezustand" abdeckt. Er merkte dazu an:

"Das bedeutet, dass eine Valorenversicherung bei einem Geldverlust, der durch einen On-Blockchain-Ausfall (z.B. eine verwundbare Smart-Contract Multisig-Implementierung) verursacht wurde, nicht greift."

Martin erläuterte außerdem, dass Coinbase den Umfang so bestimmt habe, um bei Vertrauensschäden eine ausreichende Abdeckung zu haben. Damit sollen die Hot-Wallet-Bestände vollständig geschützt werden (mit einem zusätzlichen Puffer, um die Volatilität der Vermögenswerte mit einzuberechnen). Es werden auch keine Kunden im Hinblick auf die Versicherungsauszahlungen bevorzugt (eine solche Bevorzugung wird auch als First-Loss-Payee-Status bezeichnet, den bestimmte Unternehmen bekommen).

Wie bereits berichtet, hat ein namentlich nicht genannter Versicherer zuvor eine Kryptodepot-Plattform der Depotstelle Kingdom Trust aus den USA über den Marktplatz von Lloyd's of London versichert.

Namhafte Versicherer, wie etwa AIG, Allianz, Chubb und XL Group, haben Berichten zufolge ebenfalls ihre Versicherungsangebote für Kryptounternehmen angepasst. Dabei sollen sie nun höhere Prämien verlangen, um die mutmaßlich höheren Risiken im Vergleich zum traditionellen Unternehmenssektor abzudecken.