Wochenrückblick: Kryptowährungs- und Aktienmarkt

Die Ansichten und Meinungen, die hier aufgeführt werden, sind ausschließlich die des Autoren spiegeln nicht zwangsläufig auch die Ansichten von Cointelegraph.com wider. Jeder Investment- und Handelsschritt birgt ein Risiko und man sollte gut recherchieren, bevor man eine Entscheidung trifft.

Die Marktdaten stammen von der HitBTC-Börse.

Globale Aktienmärkte: Gemischte Aussichten verwirren Anleger

Starke Gewinnmeldungen haben den US-Aktien geholfen. Amazon konnte seinen Umsatz mit der höchsten Wachstumsrate seit mehr als sechs Jahren steigern. Der Nettogewinn hat sich verdoppelt. Die Aktie sprang auf diese Nachricht hin auf ein neues Rekordhoch. Andere führende Technologieunternehmen, wie Microsoft und Intel konnten starke Gewinne verzeichnen, aber ihre Aktien gaben nach anfänglichen Sprüngen auf neue Höchststände nach. Der S&P 500 flachte zum Schluss jedoch nur ab und ist die Woche damit nur um 0,01 Prozent gesunken.

Steigende Zinssätze sind weltweit weiter ein Problem, da die 10-Jahres-Renditen für US-Staatsanleihen am Mittwoch kurzzeitig über 3,0 Prozent stiegen und die Woche dann bei 2,96 Prozent schlossen. Die 3,0-Prozent-Marke ist eine von vielen Marktteilnehmern beachtete und wichtige Schwelle. Unterdessen bleibt der Inflationsdruck beim US-Arbeitsministerium. Es wurde berichtet, dass die Löhne und Gehälter so schnell wie seit 11 Jahren nicht mehr gestiegen sind.

Aktienmarkt Wachstumsleistung

Der britische FTSE war mit einem Plus von 1,82 Prozent der Spitzenreiter. Es ist für ihn die fünfte Woche in Folge, in der er Kursgewinne und nun auch höchsten Wochenschluss seit Ende Januar verzeichnen konnte.

Das historische Treffen zwischen dem nord- und südkoreanischen Präsidenten lockerte geopolitische Spannungen. Aber es müssen noch viele weitere Fortschritte kommen und die Märkte werden neue Entwicklungen genau beobachten. Der japanische Nikkei-Index stieg um 1,38 Prozent und schloss mit seinem höchsten Wochenkurs seit 12 Wochen.

Chinesische Aktien dürften aufgrund der drohenden Ausweitung der US-Zölle auf chinesische Waren eine schlechte Leistung aufweisen. Die Handelsgespräche zwischen den beiden Ländern werden nächste Woche in Peking fortgesetzt. Der chinesische Shanghai Composite legte diese Woche um 0,35 Prozent zu. Der Hongkonger Hang Seng fiel um 0,45 Prozent.

Indischer BSE 30 Sensex: Aktien könnte bald der Atem ausgehen

Seit dem Tief von 32.483,03 vor sechs Wochen konnte der Sensex letzte Woche eine Rallye auf 35.065,37 hinlegen und hat damit bis zu 7,95 Prozent zulegt. Er ist vor einem Monat in Schwung gekommen, als er auf einem fallenden Bullenkeilmuster ausgebrochen ist, wobei er von seinem Support durch den 200-Tages-Durchschnitt nach oben gesprungen ist (braune Linie).

NVYO

Der Anstieg um 1,61 Prozent kam durch die Vervollständigung des 61,8-prozentigen Fibonacci-Retracements bei 34.931,21 zustande und der Index bleibt weiter stark. Das scheint zu zeigen, dass der Index zumindest bis zur nächsten potenziellen Resistance-Zone steigen kann. Diese Kurszone, die auf dem Chart rot eingekreist ist, kann man als den Boden der unteren steigenden Trendlinie betrachten und ist damit auch eine Vervollständigung des 78,5-prozentigen Fibonacci-Level. Dieses befindet sich bei 35.596,51.

Britischer FTSE 100: stark, aber auf dem Weg in die Resistance

Der FTSE ist vor einem Monat ebenfalls aus einem fallenden Bullenkeil ausgebrochen und ist seitdem schnell gestiegen. Außerdem hat er jede Woche einen starken Schluss hingelegt. Er ist um 9,32 Prozent gestiegen und hat letzte Woche ein Hoch von 7.507,10 erreicht. Letzte Woche hat der FTSE seine Konkurrenten hinter sich gelassen, als er ein Plus von 1,82 Prozent verzeichnen konnte und damit über das 61,8-prozentige Fibonacci-Retracement-Level (7.439,0) hinausschoss. Die Woche beendete er das erste Mal seit 12 Wochen wieder über seiner langfristigen Aufwärtstrendlinie. Außerdem ist der FTSE wieder zurück über seinem 200-Tages-Durchschnitt (braune Linie).

UKX

Gleichzeitig steht der Index nun einer Resistance-Zone auf dem Weg zum 78,6% Fibonacci-Retracement-Level bei 7.594,5 gegenüber. Diese potenzielle Resistance-Zone liegt um die mehrmonatige Resistance aus dem Jahr 2017 und dort, wo 2 steigende Trendlinien zusammenkommen.

Kryptowährungen: Gemischtes Wachstum durch Retracements

Die Leistung bei den acht Kryptowährungen auf unserem Chart war letzte Woche sehr gemischt. Bitcoin Cash lag an der Spitze, da er um 18,2 Prozent gestiegen ist und Ripple bildete das Schlusslicht mit einem Rückgang um 12,9 Prozent. Insgesamt jedoch erholen sich die digitalen Währungen und sind im frühen Stadium eines potenziellen Aufwärtstrends seit sie von ihren Böden aus vor vier Wochen eine Rallye hingelegt haben. Weitere Anzeichen für Stärke müssen in den kommenden Wochen abgewartet werden, da die Trendstruktur dabei ist, sich zu organisieren und die Pullbacks sich vervollständigen.

Wachstum Kryptowährungen

Ausbrüche über fallende Trendlinien gab es bei den meisten der acht Kryptowährungen, die wir beobachten. Einige sind auch über ihre 200-Tages-Durchschnittslinien gestiegen. Beides zeugt von Stärke. Bei der nächsten Kauf-Welle werden die Währungen über dem 200-Tages-Durchschnitt eventuell schneller steigen, da sie sich relativ stark zeigen, wenn man den 200-Tages-Durchschnitt betrachtet. Folgende digitale Währungen sind über ihren 200-Tages-Durchschnittslinien: Bitcoin Cash, Ethereum, IOTA, Monero und Ripple.

Man sollte aber bedenken, dass bei den Märkten auf einen Ausbruch durch eine deutliche Resistance-Zone (zum Beispiel eine Trendlinie) letztendlich noch einmal ein Retracement auf den vorherigen Fortschritt folgt, bevor der Trend weitergeht. Bisher waren die Retracements des kürzlichen starken Anstiegs eher mild. Das bedeutet, dass es ganz schnell zu weiteren und tieferen Retracements kommen kann, bevor die Aufwärtstrends weitergehen. Es wäre gesund und normal, wenn das passiert. Wenn es zu den Rallyes allerdings früher kommt und es Ausbrüche über vorherige Trendhochs gibt, wäre das ein Zeichen von Stärke. Aber das erhöht auch die Chancen darauf, dass der Kurs sich selbst überholt und daraufhin ein chaotischeres Retracement/Korrektur folgt.

Im Hinblick auf die kommende Woche gibt es Sorge, dass ein Abwärtsdruck stärker werden könnte, wenn der sogenannte "Tokio-Wal" Bitcoins von der geschlossenen Börse Mt. Gox in den Markt bringt. Geschätzt 170 Mio. US-Dollar (140 Mio. Euro) oder mehr in Bitcoin wurden aus dem Wallet genommen und können verkauft werden. Niemand weiß, was in dieser Hinsicht wirklich gerade geschieht. Aber der Gedanke an einen großen Verkäufer könnte die Anlegerstimmung dämpfen und daher auch den Kauf-Enthusiasmus dämpfen.

Ripple

Letzte Woche ist der Kurs von XRP/USD von seinem Boden bei 0,45 US-Dollar (0,37 Euro) von vor einem Monat, der genau an der 61,8-prozentigen Fibonacci-Retracement-Zone des inneren Abwärtstrends lag, vorangekommen. Das Hoch aus dieser Woche und der Aufwärtstrend lag bei 0,964 US-Dollar (0,79 Euro). Das ist ein Plus von 105.9 Prozent in weniger als 5 Wochen. Bisher war der Pullback mild. Es gab einen Support an der Kreuzung zwischen dem 38,2-prozentigen Fibonacci-Retracement-Level und dem 200-Tages-Durchschnitt. Bis vor zwei Wochen lag Ripple unter seiner 200-Tages-Durchschnittslinie.

Ripple

Wenn er einen entschiedenen Sprung über das Hoch von letzter Woche machen kann, wären das nächste Ziel die Resistance-Zone des Schwankungshochs vom Februar, die etwa bei der 78,5-prozentigen Fibonacci-Linie bei 1,06 US-Dollar (0,87 Euro). Daraufhin liegt das nächste Ziel beim Schwankungshoch bei etwa 1,23 US-Dollar (1,01 Euro). Eine Rallye über dieses Schwankungshoch wäre ein klareres Bullensignal für die langfristige Erholung von der jüngsten Korrektur.

Ein Fall unter den Support von letzter Woche bei 0,758 US-Dollar (0,62 Euro) führt zu einer tiefer gehenden Korrektur, bei der Fibonacci-Level als potentielle Support-Zonen angepeilt werden können, wie auf dem Chart zu sehen ist.

Bitcoin Cash

Bitcoin Cash weist eine ähnliche Stärke auf. Er ist letzte Woche über seine 200-Tages-Durchschnittslinie (braun) gestiegen und diese fungiert nun als Support. Der Kurs von BCH/USD hat sich vom Boden am stärksten abgestoßen. Er ist um 162,3 Prozent gestiegen, wie man am stärksten Hoch seit vier Wochen von 1.573 US-Dollar (1.297 Euro) sehen konnte.

Bitcoin Cash

Wenn das kürzliche Tief von 1.228,90 nach unten durchbrochen wird, wird er wohl weiter auf das 50-prozentige Retracement bei 1.086,3 US-Dollar (896,24 Euro) fallen und darauf hin auf das 61,8-prozentige Retracement bei 971,40 US-Dollar (801,44 Euro). Ein Sprung über das Hoch von letzter Woche und dann über das Schwankungshoch vom Februar bei 1.636,8 US-Dollar (1.350,42 Euro) wäre das nächste klare Anzeichen von Stärke. Das würde mittelfristig auch auf eine wahrscheinliche Fortführung der Aufwärtsbewegung hindeuten. Man bedenke, dass nichts vertikal nach oben geht. Pullbacks und Konsolidierungen sind normal und gesund für die Entwicklung eines Trends.

Die Marktdaten stammen aus der HitBTC Börse; die Diagramme für die Analyse stammen aus TradingView.