Der deutsche Versicherungskonzern Allianz und die Deutsche Bank arbeiten künftig mit dem Berliner Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 zusammen. Dazu wurde die Gesellschaft “Auto1 Fintech” gegründet, an der die drei Partner über 50 Prozent der Anteile halten, wie das Medienunternehmen Bloomberg gestern, am 6. Juni, berichtete.
Wie es heißt, soll das Joint Venture Refinanzierungsdarlehen und Versicherungsprodukte für Autohäuser anbieten, die von der SoftBank Group Corp. unterstützte Auto1-Fahrzeuge kaufen, sagte der CEO von Auto1 Hakan Koc am Mittwoch im Interview mit Bloomberg. Der Prozess der Refinanzierung bzw. Zahlungsbestätigungen wird dann auf einer Blockchain komplett digital abgebildet. Händler sollen ihre Einkäufe sofort online mithilfe von Blockchain refinanzieren, anstatt einen papierbasierten Prozess zu verwenden. Damit würden zudem freie Händler Vertragshändlern gleichgestellt, die über ähnliche Services der Hausbanken verfügen. Koc sagte gegenüber Bloomberg:
"Wir geben Kapital frei und unsere Kunden sind dadurch liquider. Das ist eine Win-Win-Situation”.
Das neue Unternehmen soll unter anderem Auto-Kredite sowie Versicherungsprodukte anbieten. Diese sollen direkt in die Verkaufsstrecke eingebaut werden. Während der Versicherer und das Geldhaus an den Annex-Verkäufen verdienen wollen, erhofft sich der Gebrauchtwagenhändler Auto 1, dass Kunden künftig mehr Autos über das Portal kaufen.
Durch diese Kooperation mit Allianz und der Deutschen Bank untermauert das Startup Auto1 seinen Anspruch auf die Marktführerschaft im Gebrauchtwagenhandel. Zu Jahresbeginn wurde bekannt, dass der weltgrößte Technik-Investmentfonds Softbank aus Japan mit 460 Millionen Euro an Auto1 beteiligt ist und schätzte das Berliner Unternehmen auf rund 2,9 Milliarden Euro.
Weitere Unternehmen aus der Autoindustrie weltweit erproben Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie, die von einfachen Finanztransaktionen bis hin zur Unterstützung des autonomen Fahrens reichen. In einem eigenen Pilotprojekt haben die Daimler AG sowie die LBBW (Landesbank Baden-Württemberg) die Möglichkeiten für die Abwicklung eines Kreditvertrags über Blockchain getestet. Das Darlehen in Höhe von 100 Millionen Euro wurde in Kooperation mit dem IT-Tochterunternehmen - TSS und Targens - vollständig auf einer Blockchain aufgezeichnet.
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