Deutsche Börse und HQLAX starten Blockchain-Lösung für den Wertpapierleihemarkt

Die Deutsche Börse und HQLAX haben eine gemeinsam entwickelte Blockchain-Lösung für den Wertpapierleihemarkt in Betrieb genommen, so die Deutsche Börse in einer Pressemitteilung vom 3. Dezember.

Physische Übertragung entfällt

Mit der auf Corda, der Blockchain-Plattform von R3, aufbauenden Lösung kann das Eigentum an Anleihen ohne eine physische Übertragung der Wertpapiere transferiert werden.

In einer ersten Live-Transaktion der Plattform wurde das Eigentum an Wertpapierkörben mit deutschen Staatsanleihen und europäischen Unternehmensanleihen zwischen den Bankhäusern UBS und Commerzbank getauscht. In einem sogenannten “Cross-Custodian-Swap” wurden zwischen UBS und Credit Suisse das Eigentum an einem Korb von Sicherheiten mit Anleihen bei den Verwahrstellen Clearstream Banking S.A. und Euroclear Bank digital übertragen.

Peter Schmidt, Co-Leiter von Repo Desk Treasury bei der Commerzbank AG, beschreibt den Vorteil der neuen Plattform wie folgt:

“HQLAX  bietet einen sehr spannenden Ansatz, um die Fragmentierung der Abwicklungs- und Clearingprozesse zu überwinden. Treasury-Abteilungen können damit ihre Sicherheitenpools effizienter verwalten, indem sie von einer erheblich beschleunigten Abwicklung profitieren und ressourcenintensive Verlagerungen von Sicherheiten vermeiden. Dies ist ein erster, aber wichtiger Schritt in Richtung eines neuen Ökosystems, in dem tokenisierte Assets in einer DLT-Umgebung gehandelt werden können.”

Zahlreiche Banken wollen HQLAX nutzen

Wie die Deutsche Börse mitteilt, werden neben Commerzbank, Credit Suisse und UBS mehr als 15 weitere Banken künftig auf HQLAX setzen, darunter CIBC, Citi, Goldman Sachs, ING und J.P. Morgan.

Die Gruppe Deutsche Börse und HQLAX hatten ihre Pläne für eine gemeinsame Blockchain-gestützte Lösung für Wertpapierleihe erstmals im März 2018 angekündigt. Ursprünglich sollte der Start noch im ersten Halbjahr 2019 erfolgen.