Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), hat nach dem Zusammenbruch der Kryptobörse FTX erneut bekräftigt, dass die Regulierung und Überwachung von Kryptowährungen eine "absolute Notwendigkeit" für die Europäische Union sei.

Bei einer Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments am 28. November nannte Lagarde Facebooks Libra als Beispiel für das Engagement der EZB, das "hilfreich war, um einige der Akteure" davon abzuhalten, sich mit Krypto-Firmen einzulassen. Sie sagte jedoch, die Situation um FTX, bei der es um Krypto-Assets und nicht um Stablecoins geht, mehr mit der "Stabilität und Zuverlässigkeit" der Börse zu tun habe und dass die EZB als globale Regulierungsbehörde eingreifen müsse, um dem wachsenden Interesse der Leute an digitalen Assets zu begegnen.

"Zumindest ist Europa auf dem Weg zur Krypto-Regulierung führend", so die EZB-Präsidentin. "Aber wie ich bereits sagte, ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Das ist nicht alles. Es muss eine MiCA II geben, die die Regulierung und Aufsicht noch umfassender macht. Das ist dringend notwendig."

Die Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) muss noch rechtlich und sprachlich von den EU-Gesetzgebern geprüft werden und soll dann anschließend endgültig genehmigt werden. Der Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments akzeptierte die MiCA-Verordnung im Oktober nach einem Trilog zwischen dem EU-Rat, der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament. Viele Leute erwarten, dass die Verordnung ab 2024 in Kraft treten wird.

Lagarde hat im Juni bereits von MiCA II gesprochen, einer wohl zusätzlichen Gesetzgebung, die auf dem ursprünglichen Entwurf aufbaut. Damals sagte die EZB-Präsidentin, der Rahmen sollte "die Aktivitäten des Krypto-Asset-Staking und -Lending regulieren, die definitiv zunehmen".

Stefan Berger ist Mitglied des Wirtschaftsausschusses des Europäischen Parlaments und ein Befürworter der MiCA-Verordnung. Am 9. November erklärte er, der Zusammenbruch von FTX sei ein weiterer Grund für eine Krypto-Regulierung:

"Die Situation um FTX macht deutlich, welche Gefahren ein völlig unregulierter Krypto-Markt und Kryptobörsen ohne Lizenzen mit sich bringen. Es gibt immer noch viele Krypto-Asset-Dienstleister, deren Konzept nicht verständlich ist. MiCA löst genau dieses Problem. Mit einer globalen MiCA-Verordnung wäre der FTX-Zusammenbruch nicht passiert."

Die EZB ist derzeit in einer zweijährigen Untersuchungsphase für ihren digitalen Euro. Dabei wird die Verwendung von Online-Zahlungen untersucht, die von Dritten validiert werden. Einige EU-Offizielle erwarten eine Gesetzgebung für einen digitalen Euro im Jahr 2023.

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