Entscheidung der EOS-Blockproduzenten zum Einfrieren kompromittierter Nutzerkonten erntet heftige Reaktionen

EOS hat sieben Nutzerkonten eingefroren, die bei der Registrierung durch Phishing-Betrüger beschädigt wurden, wie ein Steemit-Post vom 17. Juni durch EOS42, einen EOS-Blockproduzenten (BP), berichtet wurde.

Die Neuigkeiten haben heftige Reaktionen ausgelöst, die auf den Anschuldigungen basieren, dass die BPs ihr eigenes Gesetz gebrochen haben.

Nachdem die Nachricht von den "Konto-Einfrierungen" an die Öffentlichkeit gedrungen waren, beschrieb der Krypto-Enthusiast Nick Szabo die EOS-Verfassung als "sozial nicht skalierbar und eine Sicherheitslücke":

Der Grund für das Einfrieren der Konten war die von EOS42 entwickelte EOS911-Initiative, die Opfern von EOS Phishing-Angriffen und solchen mit kompromittierten privaten Schlüsseln helfen soll.

Die EOS-BPs diskutierten die Entscheidung, die Konten einzufrieren, im Zuge eines zweistündigen Konferenzgespräches. Im Endeffekt entschieden sie sich dafür und beschlossen damit, die Entscheidung des EOS-Schiedsgerichts (ECAF) gegen ein Einfrieren von Geldern zu ignorieren, da die EOSIO-Verfassung noch nicht ratifiziert wurde.

Die Tatsache, dass diese Entscheidung von einer kleinen Anzahl an Spielern per Konferenzgespräch beschlossen werden kann, hat einige Meinungsführer auf Twitter dazu veranlasst, das dezentralisierte Format von EOS infrage zu stellen.

Bitcoin-Befürworter Charlie Shrem schrieb gestern auf Twitter, "das ist der Punkt bei Krypto, niemand sollte diese Macht haben" in Bezug auf die Idee, dass ein "Bestrafen" von Menschen in der Krypto-Sphäre nötig ist.

Ein weiterer Twitter-Nutzer namens @econoar schrieb über die EOS-Einfrierung-Sage, dass man nicht einmal Comedy so gut gestalten kann":

EOS New York verteidigte die Entscheidung der BPs in einem Steemit-Post am 19. Juni, indem behauptet wird, dass die Weigerung des Schiedsgericht, Aktionen einzuleiten, die Blockproduzenten quasi gezwungen hat, sowohl "Richter" als auch "Henker" zu spielen und die "schwierige Entscheidung zu treffen, auf Basis der vorgebrachten Beweise zu agieren".

EOS New York merkt speziell an, dass dies "nicht das ist, was Blockproduzenten tun sollen" und fügt hinzu, dass die Konten im "Geist eines Regierungssystems, das wir als Gemeinschaft schaffen wollen, eingefroren wurden, auch wenn es formell abwesend ist".

Das Schiedsgericht hatte unterdessen gefordert, dass die Gelder eingefroren bleiben, während EOS New York bekannt gab, dass diese heute um 13:00 UTC (9:00 Uhr morgens EST) wieder freigegeben werden, wenn das ECAF bis zu diesem Zeitpunkt keine formelle Entscheidung eingereicht hat.

EOS beendete ein einjähriges, 3,46 Mrd. Euro Initial Coin Offering (ICO) Anfang Juni und schaltete das Hauptnetzwerk am 15. Juni frei. Zwei Tage nach dem Launch soll das EOS-Hauptnetz laut Berichten "pausiert" haben, nahm jedoch wenige Stunden später wieder seinen regulären Betrieb auf, nachdem technische Probleme gelöst wurden.

Bei Redaktionsschluss hatte EOS noch nicht auf eine formelle Kommentaranfrage durch Cointelegraph reagiert.