Wochenrückblick 7. April - 13. April: Aktienmärkte gegen Kryptowährungsmärkte

Die Ansichten und Meinungen, die hier aufgeführt werden, sind ausschließlich die des Autoren spiegeln nicht zwangsläufig auch die Ansichten von Cointelegraph.com wider. Jeder Investment- und Handelsschritt birgt ein Risiko und man sollte gut recherchieren, bevor man eine Entscheidung trifft.

Die Marktdaten stammen von der HitBTC-Börse.

Globale Aktienmärkte: Klarheit über die Richtung bleibt aus

Auf den globalen Aktienmärkten gab es letzte Woche keine entschiedenen Bewegungen, da die Unsicherheit erneut die Oberhand gewonnen hat. Nichtsdestotrotz waren die sieben größten Märkte am Ende der Woche im grünen Bereich, was eine Verbesserung für die Wertentwicklung seit Anfang des Jahres darstellt. Sowohl der Hongkonger Hang Seng Index als auch der indische BSE 30 Sensex sind für das Jahr nun positiv.

Markt

Diese Entwicklung kann man wohl wieder der Unsicherheit in Bezug auf die Handelszölle zwischen den USA und China zuschreiben. Und auch die Charakteristiken eines Bullenmarkts sind vorhanden, die so langsam alt werden. Anleger halten nach einer Richtung und Klarheit in Bezug auf die Stimmung Ausschau, um herauszufinden, was den Markt als nächstes ankurbeln wird und in welche Richtung. Bisher haben die Jahresberichte eine solche Klarheit nicht gebracht, aber das könnte sich jederzeit ändern. Damit sind die Jahresberichte ein wichtiger Indikator, auf den man in der kommenden Woche achten sollte.

S&P 500 Index: Kann er von hier aus wieder nach oben springen?

Der 200-Tages-Durchschnitt (kurz: SMA, braune Linie) ist ein wichtiger Indikator der Stärke oder Schwäche des langfristigen Trends. Und er wird von institutionellen Investoren überall genau beobachtet.

Bisher hat der S&P 500 den 200-Tages-SMA zweimal über eine gewisse Zeit und an mehreren Tagen als Support getestet. Und dieser hat sich auch gehalten. Aktuell ist aber noch nicht absehbar, ob der Support der 200er-Linie sich weiterhin halten kann oder ob der Kurs durch den Boden durchbrechen wird. Nachdem der Kurs vor Kurzem an diese Linie kam, haben sich die Bullenanzeichen nie länger als einen Tag gehalten.

SPX

Glücklicherweise, wenn wir ein kleineres Zeitfenster vergrößern, wie zum Beispiel den 4-Stunden-Chart im nächsten Bild, sehen wir klar ein potenzielles, rückläufiges Kopf- und Schulterbodenmuster. Eine Rallye über das Hoch der letzten Woche von 2.680,26 wäre ein Ausbruchsignal. Auf Grundlage des klassischen Messzieles für dieses Muster, läge das Ziel etwa bei 2.790,20. Das ist auf gleicher Höhe, wie die 78,6-prozentige Fibonacci-Retracement-Zone und das jüngste Schwankungshoch vom März.

spx 2

Deutscher DAX Index: Absturzpotenzial bei Aufwärtsbewegungen

Der deutsche DAX Index ist letzte Woche aus einem fallenden Keil-ähnlichen Muster ausgebrochen. Auch wenn es schwierig ist, das Muster als Keil zu identifizieren, weißt du zugrundeliegende Aktivität Ähnlichkeiten auf. Im Wesentlichen ist das ein fallendes Konsolidierungsmuster und wird als Bullenmuster betrachtet. Einen Vorgeschmack auf das Bullenpotenzial gab es letzte Woche bei einem Ausbruch nach oben, wobei der Index über die Downtrendlinie durch die Spitze des Musters eine Rallye hingelegt hat. Nun ist eine Bewegung weiter nach oben möglich.

DAX

Nichtsdestotrotz wollen wir hier noch ein Wort der Warnung aussprechen. Man sieht, dass der 200-Tages-Durchschnitt (braune Linie bei 12.659,92), der den langfristigen Trend darstellt, sich nach unten neigt. Das ist generell kein Bullenanzeichen. Daher wird das überhängende Gewicht von potenziellem Support wahrscheinlich einen Fortschritt eher dämpfen, obwohl es wahrscheinlich noch ein kurzfristiges Aufwärtspotenzial bei diesem Index gibt.

Abhängig davon, wie die aktuelle Rallye verläuft, könnten wir ein paar frühe Signale für ein potenzielles Kopf- und Schulterspitzenmuster sehen. Wir werden natürlich abwarten und beobachten müssen.

Kryptowährungen: Lange erwartete Rallye

Krypto

Eine kauffreudige Stimmung ist am Freitag wieder in den Kryptomarkt eingekehrt. Dabei haben alle großen Coins, wie im Chart zu sehen, bedeutende Rallyes über die Woche hingelegt - einige sogar über 10 Prozent. Bitcoin ist in der ersten Stunde um 1000 US-Dollar (808 Euro) gestiegen, nachdem er aus seiner mittelfristigen Downtrendlinie ausgebrochen ist.

Es ist noch unklar, was der eigentlich Auslöser für diese großflächige Rallye war. Doch es gibt ein paar Entwicklungen, die wahrscheinlich Käufer ermutigt haben. Ob diese Rallyes das Potenzial haben, sich zu halten, wird sich am Marktverhalten in den kommenden zwei Wochen zeigen. Denn die Geschwindigkeit dieses Aufstiegs wurde wahrscheinlich durch einen Massenschluss von Short-Positionen ausgelöst, die nun die Richtung geändert haben.

In einem Bericht einer Fintech-Firma aus Indonesien, Blossom Finance, wurde erklärt, dass der interne Scharia-Berater und Scharia-Konformitätsbeauftragte festgestellt hat, dass Kryptowährungen, Blockchain und Bitcoin (BTC) unter dem Scharia-Gesetz "allgemein zulässig" seien.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Bewertung auch den Untersuchungen durch andere islamische Finanzgelehrte standhalten kann. Das wird nötig sein, um eine weitergehende Akzeptanz innerhalb der muslimischen Gemeinschaft zu erreichen. Es wäre nicht ungewöhnlich, wenn die Community sich bei einem solchen Thema nicht einig wäre.

Unter den institutionellen Investoren gab es eine Reihe von Entwicklungen, die dazu beigetragen haben, aus der Bärenstimmung eine Bullenstimmung zu machen. Das bekannte Familienbüro des Hedgefond-Riesen George Soros hat angekündigt, dass sie Kryptowährungen in die Vermögenswerte aufnehmen würden, mit denen sie handeln. Der Risikokapitalzweig von Rockefeller, Venrock, hat ebenfalls enthüllt, dass er Kryptowährungsinvestitionen machen wolle. Dazu hat sich der Zweig mit Coinfund zusammengetan.

Der milliardenschwere Risikokapitalanleger und früher Kryptowährungsanwender Tim Draper hat indessen seine Prognose für Bitcoin auf 250.000 US-Dollar (202.000 Euro) bis 2022 korrigiert.

IOTA (IOT/USD): Immer noch relativ stark

IOTA hatte diese Woche die beste Entwicklung. Er ist zum Wochenschluss um 0,39 US-Dollar (0,32 Euro) oder 41,8 Prozent gestiegen. Er ist um bis zu 65 Prozent von seinem Trend-Swing-Tief von 0,915 US-Dollar (0,74 Euro) von vor zwei Wochen aus nach oben gesprungen und hat dadurch letzte Woche ein Hoch von 1,513 US-Dollar (1,22 Euro) erreicht.

Das Tief von vor zwei Wochen ist solide im Bereich eines potenziellen Supports und das starke Kursverhalten von letzter Woche scheint das zu bestätigen. Es gab eine Reihe von Signalen, dass ein potenzieller Support gefunden wurde. Darunter zum Beispiel die langfristige Aufwärtstrendlinie (nicht perfekt, aber sie liegt im allgemeinen Kursbereich) und die Vervollständigung der 88,6-prozentigen Fibonacci-Retracement-Levels.

Das ist ein weniger bekanntes Fibonacci-Verhältnis, das sich aus der Wurzel von 0,786 ergibt. Dieses funktioniert besonders bei Krypto und bei Forex gut. Außerdem lag das Tief in einem kleineren Bereich einer kurzfristigen Resistance (nun Support) vom November letzten Jahres.

IOTA

Die Rallye von letzter Woche hat einen Bullenausbruch aus der langfristigen Downtrendlinie sowie des 200-Tages-Durchschnitts auf dem 4-Stunden-Chart ausgelöst. Die 200er-Linie hat sehr gut zur Bestätigung der Bedeutung der fallenden Trendlinie beigetragen. Denn, wie man sieht, hat sie einen ähnlichen Resistance-Bereich seit Mitte Januar aufgezeigt.

Als nächstes müssen wir die Stärke bestätigt sehen, die mit der Bewegung über das jüngste Schwankungshoch von 1,53 US-Dollar (1,24 Euro) einhergeht. In der Zwischenzeit kann man Pullbacks bei niedrigeren Kursbereichen im Auge behalten, um in kurzfristige Rallyes einzusteigen oder Positionen zu eröffnen. Letzte Woche haben sich die Chancen verbessert, dass das kürzliche Tief von vor zwei Wochen der Boden der Viermonatskorrektur ist.

Monero (XRP/USD): Ausbruch aus dem Bullenkeil

Obwohl die relative Entwicklung des Monero nicht sehr großartig verlief - er ist auf Platz 7 von 8 gekommen - hat er ein starkes Bullensignal aufgezeigt. Ein fallender Keil ist ein klassisches Chartmuster, das tendenziell stark nach oben ausbricht. Diese Stärke konnte man im Keilausbruch letzte Woche beim Monero sehen.

Es ist noch nicht absehbar, ob das der bleibende Boden für diesen Coin sein wird, aber es sendet ein sehr handelbares Signal aus. Man beachte, dass die Kurs-Support-Zone seit Beginn der Korrektur im Dezember bisher dreimal erreicht wurde.

XMR

In Anbetracht des Hochs von letzter Woche von 201,74 US-Dollar (163,19 Euro), ist der Monero um bis zu 25 Prozent von seinem Tief von 161,10 US-Dollar (130,31 Euro) aus gestiegen. Besonders letzte Woche ist er um beachtliche 16,8 Prozent gestiegen und hat mit 188,51 US-Dollar (152,48 Euro) geschlossen.

Da der anfängliche Ausbruch bereits stattfand, kann man den Monero auf Pullbacks beobachten, bei denen man bei niedrigen Kursen einsteigen kann. Ein Fall unter 161,10 US-Dollar (130,31 Euro) würde signalisieren, dass das Bullenmuster fehlgeschlagen ist. Ansonsten können wir steigende Kurse erwarten.

Das klassische Ziel bei diesem Muster liegt bei mindestens 235,96 US-Dollar (190,87 Euro). Nichtsdestotrotz wird diese Kryptowährung eine Rallye bis zur potenziellen Resistance um den 200-Tages-Durchschnitt hinlegen, der aktuell bei 224,72 US-Dollar (181,77 Euro) liegt. Daran sollten Sie bei ihrer Investment- oder Handelsstrategie denken.

Die Marktdaten stammen aus der HitBTC Börse; die Diagramme für die Analyse stammen aus TradingView.

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