Europäische Banken führe erste Live-Transaktion von Wertpapieren durch

Die Finanzdienstleistungsgruppen Credit Suisse aus der Schweiz und ING aus den Niederlanden haben die erste Live-Transaktion von 25 Mio. Euro in Wertpapieren auf der R3-Corda-Blockchain-Plattform erfolgreich durchgeführt. Das geht aus der Pressemitteilung der Credit Suisse vom 1. März hervor.

Credit Suisse und ING haben das legale Eigentumsrecht von niederländischen und deutschen staatlichen Wertpapieren übertragen. Dabei haben sie die Digital Collateral Records (DCRs) von HQLAX auf der Corda-basierten Anwendung für Kollateral-Anleihen von HQLAX verwendet.

Die Transaktion wurde durchgeführt, indem die Übertragung der Eigentumsrechte von mit HQLAX-DCR-verknüpften Konten mit "Wertpapierkörben" durchgeführt wurde, anstelle der traditionellen Art der Übertragung von einzelnen Wertpapieren.

In der Pressemitteilung heißt es, dass diese Verwendung von DCRs für den Transfer von Wertpapieren "letztlich dazu beitragen kann, die regulatorische Transparenz zu verbessern, System-Risiken zu mindern, Risiken beim Betrieb zu reduzieren und Finanzinstituten dabei zu helfen, Kapital effizienter zu verwalten" .

Die Pressemeldung der Credit Suisse erwähnt, dass die Anwaltskanzlei Clifford Chance ebenfalls an der Entwicklung eines rechtlichen Rahmens für eine DCR-basierte Eigentumsrechtsübertragung von Wertpapieren beteiligt war.

Ivar Wiersma, Leiter der Abteilung für Großhandels-Innovationen im Bankenbereich bei ING, sagte in deren Pressemitteilung:

"Der wirkliche Unterschied ist, dass [die Verwendung der Digital-Ledger-Technologie] der Regulierungsbehörde direkten Zugriff auf den Ledger gibt und sie den gesamten digitalen Verlauf der Transaktion sehen kann. Das bietet eine Übersicht vom Ursprung bis zum aktuellen Eigentümer und charakteristischen Eigentschaften. Im Freiverkehr-Umfeld, das traditionell nicht so transparent ist, könnte dieses Verfahren das gesamte Finanzsystem widerstandsfähiger machen."

Charley Cooper, leitender Manager bei R3, sagte gegenüber Reuters, dass diese erfolgreiche Transaktion "weit mehr als ein Proof of Concept in einem eingezäunten Labor" gewesen sei.

"Das sind regulierte Institutionen auf einem realen Markt und es demonstriert auf einzigartige Weise, dass Blockchain-Lösungen in kommerziellen Umgebungen eingesetzt werden."

Laut Reuters sagte ein Vertreter der ING-Blockchain-Initiative, dass diese Anwendung bis Ende des Jahres eingeführt wird.

Amazon Web Services (AWS) hat im Dezember letzten Jahres eine Partnerschaft mit R3 bekannt gegeben, bei der die verteilte Ledger-Technologie der Corda-Plattform genutzt werden soll. Im November letzten Jahres veröffentlichte ING einen "Wall Street friendly" Zero-Knowledge-Proof, der die Korrektheit einer Transaktion bestätigen kann, ohne seine Anonymität zu verlieren.