Europol: Bitcoin weiterhin erste Wahl unter Cyberkriminellen

Der neue Cyberkriminalitätsbericht von Europol hat ergeben, dass Bitcoin (BTC) nach wie vor die beliebteste Form von Krypto für illegale Zwecke ist, prognostiziert aber einen Popularitätsanstieg von auf Anonymität fokussierte Altcoins, wie zum Beispiel Zcash (ZEC) und Monero (XMR). Der Bericht, der die fünfte Ausgabe der bisherigen Internet Organised Crime Threat Assessment (IOCTA) von Europol darstellt, wurde am 18. September, veröffentlicht.

Laut Europol ist Bitcoin, auch wenn sein Marktanteil Anfang 2017 nur noch 35 Prozent betrug, nach wie vor der "am häufigsten anzutreffende" Krypto bei Cyberkriminalitätsermittlungen in der gesamten Europäischen Union.

Europol geht davon aus, dass Bitcoin zwar vorerst die Landschaft dominiert, aber auf Anonymität fokussierte Altcoins, die den "Stealth-Adressen"-Schutz bieten, wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen und möglicherweise "aktuelle Krypto-Mixing-Dienste und Tumbler überflüssig machen werden".

So stellte Europol beispielsweise fest, dass in dschihadistischen Netzwerken Massenspenden in Form von Zcash bei denjenigen beliebt waren, die für Kampagnen in islamischen Staats-(IS)-nahen Webseiten spenden. Europol stellte aber auch fest, dass die Verwendung von Krypto durch terroristische Gruppen bisher auf "Transaktionen auf niedrigem Niveau" beschränkt war und keinen nennenswerten Teil ihres Finanzierungssystems ausmacht:

"Trotz des klaren Potenzials scheint keiner der Angriffe auf europäischem Boden durch Kryptowährungen finanziert worden zu sein."

IOCTA skizziert eine Reihe von Krypto-bezogenen Phänomenen in der Cyberkriminalität, darunter Cryptojacking, auf Krypto fokussiertes Phishing und eine zunehmende Zahl von Angriffen auf Kryptobörsen oder andere Krypto-Depots, die laut Europol von Kriminellen als "Soft Target" im Vergleich zu Geschäftsbanken oder anderen traditionellen Institutionen betrachtet werden.

Europol erklärt, dass nicht nur Börsen, sondern auch "die Mining-Dienste und andere Wallet-Inhaber Hackversuchen sowie Erpressung persönlicher Daten und Diebstahl gegenüberstehen".

Im Bericht heißt es, dass Krypto seit mehreren Jahren die Vorteile einer dezentralen Infrastruktur und pseudonymer Transaktionen zum Waschen von Kriminellen Einnahmen, erklärt aber auch, dass dezentrale Börsen bald zu einem noch vorteilhafteren Kanal für Geldwäscher werden könnten, während die großen Akteure der Kryptoindustrie in den Zuständigkeitsbereich der Regulierungsbehörden fallen.

Gerade heute berichtete Cointelegraph, dass ein durchgesickerter Code, der auf Microsoft-Systeme abzielt - die Hacker mutmaßlich von der US-Sicherheitsbehörde NSA gestohlen haben sollen - einen 5-fachen Anstieg von Cryptojacking-Infektionen ausgelöst habe.