Trotz Energieüberschuss: Kanada außerstande Elektrizitätsbedarf der Bitcoin Miner zu decken

Das kanadische Unternehmen Hydro Quebec wird Kryptominer zurückweisen müssen, die ein Unternehmen in der Provinz eröffnen wollen. Der Elektrizitätsanbieter wurde laut Reuters mit Anfragen von Kryptominern überflutet, die sich in der energiereichen Provinz niederlassen möchten.

Viele Miner, einschließlich Branchengrößen wie das chinesische Bitmain, haben klargemacht, dass sie neue Mininganlagen in Übersee, in Ländern mit niedrigen Energiekosten und einem Energieüberschuss, eröffnen wollen. Das harte Durchgreifen gegenüber Kryptowährungsbörsen sowie Gespräche über Energieregulierungen für Miner haben dazu geführt, dass diese sich neue Standorte für ihre Anlagen überlegen müssen.

Bitmain hat Reuters gegenüber erwähnt, dass sie bereits seit 2016 in Kanada minen. Der eigentliche Standort der Anlagen wurde allerdings nicht veröffentlicht.

Kanadas Überschuss ist nicht genug

Ironischerweise könnte Hydro Quebec seine Energiestrategie selbst verleugnen müssen. Prognosen hatten gezeigt, dass sie dem wachsenden Bedarf der Industrie, die vom Energieüberschuss in der Provinz profitieren möchte, nicht gerecht werden können. Das Unternehmen möchte seine Pläne überdenken, nachdem in der vergangenen Woche 70 Miningunternehmen angefragt hatten, eine Niederlassung in der Provinz zu gründen.

Laut Aussage von Hydro Quebec Hydro, soll es in den nächsten 10 Jahren einen Überschuss von 100 Terawattstunden geben. Zum Vergleich, Digiconomists "Bitcoin Energy Consumption Index" (engl. Bitcoin Energieverbrauchsindex) schätzt den jährlichen Verbrauch von Bitcoin und Bitcoin Cash auf etwa 31 Terawattstunden.

Nicht genug Energie

Marc-Antoine Pouliot, ein Sprecher des Energielieferanten, macht gegenüber Retuers klar, dass sich die Masse an Firmen, die eine Niederlassung in der Provinz eröffnen möchten, selbst mit dem Energieüberschuss von Hydro Quebec nicht bedienen lasse.

“Uns erreichen täglich Dutzende von Anfragen. Aus diesem Grund müssen wir unsere Strategie klar definieren. Wir werden nicht all diese Projekte beliefern können. Das entwickelt sich alles sehr schnell, also müssen wir klug handeln.”

Der Zulieferer hat seit 2016 aktiv versucht, Datencenter in die Provinz zu holen. Diese sollten so unter anderem auch neue Arbeitsplätze schaffen.

In einem früheren Interview mit Reuters, sprach David Vincent, Business Development Direktor bei HQ, davon, dass der Energiebedarf der Kryptominer von dem eines Datencenters bis zu zu dem einer energiehungrigen Stahlschmelzen reichen würde. 

Ein weiteres Hindernis für Kryptominer dürfte zudem die Tatsache sein, dass nicht ausreichend leerstehende Gebäude zur Verfügung stehen.

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