Ehemaliger Mt. Gox-CEO dementiert Veruntreuung - Zehn Jahre Gefängnis drohen

Der ehemalige CEO der stillgelegten japanischen Bitcoin-Börse Mt. Gox Mark Karpeles könnte wegen mutmaßlicher Veruntreuung zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt werden. Das geht aus einem Bericht der japanischen Tageszeitung Nikkei vom 12. Dezember hervor.

Karpeles, der 2014 beim großen Hackangriff auf Mt. Gox, bei dem 850.000 BTC (2,53 Mrd. Euro) gestohlen wurden, die Leitung inne hatte, hat immer wieder betont, dass er sich nicht zu Schulden habe kommen lassen.

In einem Gericht in Tokio verlasen Staatsanwälte am Mittwoch eine Anklage gegen führenden Mitarbeiter, der derzeit im Rahmen der Bedingungen für seine Kaution in Japan bleiben muss. In der Anklage hieß es, er habe Gelder im Wert von 340 Millionen Yen (umgerechnet rund 2,6 Mio. Euro) gestohlen. Die Staatsanwaltschaft hat wegen Karpeles mutmaßlicher Veruntreuung eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren gefordert.

Obwohl Karpeles mit dem Hackangriff selbst nicht in Verbindung steht, ist er im Rahmen der Untersuchung der Behörden, wie Mt. Gox so viel Geld verlieren konnte, in den Fokus geraten.

Er hat seine Unschuld wiederholt beteuert und sich öffentlich an betroffene Händler gewendet und sein Bedauern über die Ereignisse ausdrückte.

Die Börse führt weiterhin ein Zivilrehabilitationsverfahren durch, in dessen Rahmen die Opfer für ihre Verluste entschädigt werden sollen.

Laut Nikkei dementierte Karpeles heute, dass er selbst Geld "gehackt und gestohlen" habe oder Ledger von Mt. Gox manipuliert und das gestohlene Geld dafür verwendet habe, um Miete, Möbel und Geschäftserwerbe zu bezahlen.

Es sei weiterhin nicht bekannt, wann der Prozess endet, so die Publikation weiter.

Japan sichert seinen inländischen Börsensektor weiterhin ab, nachdem bei einem weiteren großen Hackangriff auf die Kryptobörse Coincheck im Januar dieses Jahres umgerechnet über 460 Mio. Euro in Altcoins gestohlen wurden.