Facebook: David Marcus wirbt für Blockchain-basierte Zahlungsnetzwerke

David Marcus, der Leiter von Calibra bei Facebook, hat Argumente vorgelegt, die für Blockchain-basierte Zahlungsnetzwerke sprechen.

In einem Blogbeitrag vom 25. September verwies Marcus auf Mängel bei den bestehenden Zahlungssystemen, wie etwa bei regionalen und internationalen Netzwerken, darunter auch SWIFT und RT1, Zentralbanken und anderen. Marcus sprach zunächst die Schwächen der zugrunde liegenden Infrastruktur des aktuellen Systems an. Diese würde die Effizienz und Reichweite einschränken.

Ein Fall, den Marcus beschrieb, drehte sich um die Situation, dass eine Person Geld von einer Wallet aus senden und empfangen könne. Allerdings funktioniere das nur, wenn die andere Wallet von der selben Firma stammt. Dasselbe sei zwischen Wallets verschiedener Unternehmen nicht möglich. Er erklärte weiter:

"Je nach System ist für einen Geldtransfer von Punkt A nach Punkt B eine Reihe von Vermittlern nötig. Oft ist es auch notwendig, dass Liquiditätspools bei Punkt B verfügbar sind, damit die Verbraucher ihr Geld rechtzeitig ausbezahlt bekommen können."

Vorteile von Blockchain-Zahlungsnetzwerken

Bei einem Blockchain-basierten Zahlungsnetzwerk, wie etwa dem geplanten Libra von Facebook, sollen die Teilnehmer grenzüberschreitende Überweisungen in Echtzeit zu niedrigen Kosten und ohne Liquiditätspools verschiedener Währungen durchführen können, wie Marcus erklärte. Außerdem hieß es von ihm:

"Das wiederum würde die Kosten massiv senken, da der Bedarf an Vermittlern, die Komplexität und der Aufwand für den Betrieb entfallen und somit die Innovation und die Zugänglichkeit gesteigert werden. Die Leute würden vom leichteren Senden und Empfangen von Geld profitieren. Auch die Zugangsbarriere zu modernem digitalem Geld und Finanzdienstleistungen würde erheblich abgebaut werden."

Andere Blockchain-basierte Zahlungslösungen

Einige führende Finanzunternehmen arbeiten ebenfalls an Lösungen, die traditionelle Zahlungsmethoden durch Blockchain-basierte Systeme ersetzen könnten. Anfang September hat sich Mastercard hat mit dem Blockchain-Unternehmen R3 zusammengeschlossen, um an der Entwicklung einer grenzüberschreitenden Zahlungslösung zu arbeiten.

Das amerikanische Finanzdienstleistungsunternehmen Wells Fargo & Company hat ebenfalls bekanntgegeben, ein Pilotprojekt für eine Technologieplattform starten zu wollen, die auf verteilten Ledgern basiert. Das Ziel dabei ist es, interne Buchtransfers internationaler Zahlungen innerhalb seines globalen Netzwerks mit digitalisiertem Bargeld durchzuführen.